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29.11.2025
12:23 Uhr
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Die Anwälte des brasilianischen Ex-Präsidenten gehen gegen das Urteil zu 27 Jahren Haft vor. Sie argumentieren, nur vier von fünf Richtern hätten ihn schuldig gesprochen.

Die Anwälte des früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro haben Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt. Dieser war wegen eines Putschversuchs zu 27 Jahren Haft verurteilt worden. In einem Dokument, das die Nachrichtenagentur AFP am Freitag (Ortszeit) einsehen konnte, beantragten sie die Aufhebung des Strafverfahrens und den Freispruch Bolsonaros. Noch am Dienstag hatte das oberste Gericht Brasiliens entschieden, dass der 70-Jährige sämtliche Rechtsmittel ausgeschöpft habe und daher die gesamte 27-jährige Haftstrafe verbüßen müsse. Seine Anwälte argumentieren nun, dass Bolsonaro nur von vier Richtern der fünfköpfigen ersten Kammer für schuldig befunden worden sei. Damit berufen sie sich auf die Gegenstimme und fordern, dass das gesamte elfköpfige Gericht die Entscheidung aufhebt. Es ist unklar, ob die Berufung Erfolg haben wird. Bolsonaro als Anstifter zur Erstürmung des obersten Gerichts Im September war der frühere ultrarechte Präsident Jair Bolsonaro zu einer Haftstrafe von 27 Jahren verurteilt worden, weil er einen geplanten Umsturz organisiert haben soll. Bolsonaro, der Brasilien von 2019 bis 2022 regierte, soll eine "kriminelle Organisation" angeführt haben, die seine Wahlniederlage 2022 gegen den heutigen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva rückgängig machen wollte. Das oberste Gericht stellte fest, dass Bolsonaro seine Anhänger angestiftet hatte, am 8. Januar 2023 das oberste Gericht, den Präsidentenpalast und den Kongress in Brasília zu stürmen. Hunderte seiner Anhänger waren in die Gebäude eingedrungen und richteten schwere Schäden an. Die Szenen erinnerten an den Angriff von Trump-Anhängern auf das US-Kapitol zwei Jahre zuvor. Bolsonaro hält an seiner Unschuld fest und sieht sich als Opfer politischer Verfolgung. Auch US-Präsident Trump sprach von einer "Hexenjagd" und verhängte daraufhin Strafzölle gegen Brasilien, von denen inzwischen viele wieder aufgehoben wurden.