Zeit 12.02.2026
16:27 Uhr

Brandkatastrophe in Crans-Montana: Polizei schützt Barbetreiber vor Opferangehörigen der Brandkatastrophe


Das Paar, das die Schweizer Bar Le Constellation betrieben hatte, ist vor einer Anhörung heftig beschimpft worden. Gegen beide wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Brandkatastrophe in Crans-Montana: Polizei schützt Barbetreiber vor Opferangehörigen der Brandkatastrophe
Angehörige von Opfern der Brandkatastrophe im schweizerischen Crans-Montana haben die Barbetreiber heftig beschimpft und bedrängt. Anlass war eine Befragung des Betreiberpaares Jessica und Jacques Moretti durch Anwälte der Angehörigen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Anhörung eigens auf ein Gelände verlegt, um möglichst vielen Opferanwälten und Angehörigen die Möglichkeit zu geben, dabei zu sein. Das Paar erschien gemeinsam zu der Befragung in Sitten im Kanton Wallis. Jessica Moretti kam nur mit Hilfe der Polizei in das Gebäude, in dem die Vernehmungen stattfanden. Einige Anwesende bezeichneten das Paar als "Mörder" oder "Monster". Der Bruder eines bei der Brandkatastrophe getöteten 17-Jährigen sagte, er sei zu dem Gebäude zu kommen, "um Jessica Moretti zu zeigen, dass sie Familien zerstört hat". Sein Vater rief: "Mein Sohn ist tot, er ist verbrannt." Die Mutter eines 18-jährigen Opfers schrie: "Wo ist mein Sohn, wo ist er?" Jacques Moretti will "für Gerechtigkeit sorgen" Jessica Moretti betrat weinend das Gebäude. Ihr Mann Jacques wandte sich indes an die wütenden Angehörigen. "Wir übernehmen die Verantwortung", sagte er. "Wir versprechen Ihnen: Wir sind hier, um für Gerechtigkeit zu sorgen." Gegen das Paar wird wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ermittelt. Bei dem Brand war den Ermittlungen zufolge wohl durch Funken sprühende Partyfontänen die Decke der Bar Le Constellation in Brand geraten . Die Bar war zu diesem Zeitpunkt voll besetzt. Viele Menschen schafften es über die enge Treppe nicht rechtzeitig aus der Kellerbar. 41 Menschen wurden getötet , mehr als 100 weitere teils schwer verletzt. Viele der Opfer waren unter 18 Jahre alt. Ermittlung gegen Sicherheitschef Jacques Moretti hatte während einer Vernehmung angegeben, den schalldämpfenden Schaum an der Decke selbst in einem Baumarkt gekauft und installiert zu haben. Der Franzose hatte wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zwei Wochen in Untersuchungshaft gesessen, bevor er gegen Zahlung einer Kaution und unter Auflagen freikam . Ermittelt wird auch gegen den Sicherheitschef der Gemeinde Crans-Montana und seinen Vorgänger. Anwälte von Angehörigen fordern zudem weitere Untersuchungen zu möglichen Versäumnissen örtlicher Behörden.