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07.01.2026
15:54 Uhr
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Tagelang waren Tausende Menschen im Berliner Stadtteil Steglitz-Zehlendorf ohne Strom. Nach Abschluss der Reparaturarbeiten ist die Versorgung wieder gesichert.

Im Südwesten Berlins ist die Stromversorgung vier Tage nach dem Brandanschlag wieder vollständig hergestellt. Wie Berlins Wirtschafts- und Energiesenatorin Franziska Giffey (SPD) mitteilte, wurde seit 14.10 Uhr "Vollversorgung" für die Hauptstadt gemeldet. Konkret bedeutet das, dass die Reparaturarbeiten an den Hochspannungsleitungen in der Nähe eines Kraftwerks am Teltowkanal erfolgreich abgeschlossen wurden. Daraufhin begann der Netzbetreiber damit, die zuletzt noch rund 20.000 betroffenen Haushalte und 850 Gewerbebetriebe schrittweise wieder ans Netz zu nehmen. Längster Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte Nach dem Brandanschlag am Samstagmorgen waren zeitweise bis zu 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbeeinheiten ohne Strom. Auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen waren betroffen, Schulen blieben geschlossen. Einwohnerinnen und Einwohner wurden unter anderem mit der Verteilung warmer Mahlzeiten und vom Land Berlin bezahlten Hotelübernachtungen unterstützt. Dabei waren unter anderem die Bundespolizei und die Bundeswehr im Einsatz. Das Netz konnte jedoch schneller wiederhergestellt werden als angenommen. Der Senat hatte zunächst damit gerechnet, dass die Stromversorgung erst am Donnerstag wieder vollständig gewährleistet werden könne. Trotz der früher als erwartet gestarteten Wiederanschlüsse blieb der Ausfall der längste Stromunterbruch in der Hauptstadt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ermittlungen bei Bundesanwaltschaft Ausgelöst wurde der Stromausfall durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte. Nach Angaben eines Bekennerschreibens handelt es sich mutmaßlich um eine der sogenannten Vulkangruppen, die bereits seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf die öffentliche Infrastruktur verübt haben sollen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach in diesem Zusammenhang von "Linksterrorismus". Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bezeichnete die Tat als linksextremen "Terror". Ursprünglich hatte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen, am Montag übernahm jedoch die Bundesanwaltschaft den Fall. Sie ermittelt wegen des Verdachts auf verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung sowie Störung öffentlicher Betriebe. Mutmaßliche Täter veröffentlichen zweites Bekennerschreiben Medienberichten zufolge haben die mutmaßlichen Saboteure derweil ein zweites Bekennerschreiben veröffentlicht. Die Tat richte sich "nicht gegen Menschen", sondern gegen eine Infrastruktur, die täglich die Umwelt zerstöre, heißt es darin, wie unter anderem der Tagesspiegel , die Bild -Zeitung und der rbb berichteten. Bereits im ersten Schreiben war Umweltschutz als Motiv der Gruppierung genannt worden. In dem zweiten Schreiben widersprechen die mutmaßlichen Täter zudem Spekulationen, der Anschlag sei aus dem Ausland gesteuert.