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06.01.2026
18:31 Uhr
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Auch vier Tage nach dem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin sind Tausende Menschen ohne Strom. Bis Donnerstag sollen sie laut Betreiber wieder versorgt werden.

Berlin erlebt infolge des Brandanschlags auf das Berliner Stromnetz den längsten Stromausfall seit dem Zweiten Weltkrieg. Mehrere Tausend Menschen befinden sich weiterhin ohne Strom und Wärme in dunklen und kalten Wohnungen oder sind in Ausweichquartieren untergebracht. Am vierten Tag des Blackouts im Südwesten der Hauptstadt sind noch rund 25.500 Haushalte und 1.200 Geschäfte und Firmen nach Angaben des Betreibers ohne Strom. Rund 20 Berliner Schulen bleiben den zweiten Tag in Folge geschlossen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und der Geschäftsführer der landeseigenen Gesellschaft Berlin Stromnetz, Bernhard Büllmann, sagten den Betroffenen zu, dass sie bis Donnerstag wieder versorgt würden . Angaben des Netzbetreibers zufolge sind die Tiefbauarbeiten für die beiden provisorischen Kabelverbindungen abgeschlossen, sodass nun die elektrischen Arbeiten zur Herstellung der Verbindung beginnen könnten. Damit liege man "sehr gut im Zeitplan", hieß es von einem Sprecher des Betreibers. Den Angaben zufolge sind 36 große Notstromaggregate im Einsatz. Alle 74 betroffenen Pflegeeinrichtungen sowie alle drei betroffenen S-Bahnhöfe sind demnach wieder mit Strom versorgt . Ein Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hatte den Stromausfall in der Hauptstadt ausgelöst. Eine linksextremistische Gruppierung bekannte sich dazu. Infolge des Anschlags waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom . Polizei und Innensenatorin gehen weiterhin von linksextremistischem Brandanschlag aus Die Polizei sucht derweil weiter nach den Verantwortlichen für den Brandanschlag. Nach Zeugenaufrufen seien Hinweise im "mittleren zweistelligen Bereich" eingegangen, sagte Polizei-Vizepräsident Marco Langner. Acht davon seien Erfolg versprechend. Außerdem habe die Polizei mehrere Hundert Stunden Videomaterial sichergestellt. Im Internet kursieren zugleich Spekulationen über mögliche Involvierung russischer Geheimdienste in den Brandanschlag. Die Polizei spricht allerdings klar von Linksextremisten. Auch Innensenatorin Iris Spranger (SPD) ging wiederholt von einem linksterroristischen Anschlag aus und drängte mit Regierungschef Wegner darauf, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernimmt. Spranger habe sich dazu am Montag zudem mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) abgesprochen. In Wannsee und benachbarten Ortsteilen hat die Polizei ihre Präsenz deutlich erhöht. Man habe Unterstützung durch die Bundespolizei, mit der man sich eng über den Erhalt zusätzlicher Lichtmasten abstimme, sagte Polizei-Vizepräsident Langner. Außerdem seien bis zu 550 Beamtinnen und Beamten im Einsatz, in der Nacht zudem mit einem Hubschrauber. Bislang sei die Situation aber "erstaunlich ruhig", sagte Langner. Vom Stromausfall Betroffene sind zum Teil in Hotels untergebracht Den von dem Blackout Betroffenen stehen derweil Hilfsangebote in der Stadt zur Verfügung. Drei Bäder sollen etwa in dem betroffenen Bereich rund um die Uhr öffnen, sodass Menschen kostenlos duschen können. Die Bundeswehr hilft laut Innenverwaltung vor allem bei Transport, Aufbau, Anschluss und Dieselversorgung von Notstromaggregaten . Die Soldaten versorgen die Menschen vor Ort auch mit warmem Essen und Tee. Notquartiere und andere Anlaufstellen stehen Betroffenen offen, um sich aufzuwärmen. Um möglichst alle Menschen zu erreichen, gehen Mitarbeiter von Ordnungsämtern, der Polizei, der Malteser und anderen Besuchsdiensten seit Sonntag von Tür zu Tür. Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner teilte auf X zudem mit, dass die Kosten für Betroffene, die in Hotels unterkommen mussten, erstattet würden. Der Senatsverwaltung für Wirtschaft zufolge gilt das für entsprechende Partnerhotels der Berliner Tourismusagentur Visit Berlin.