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06.01.2026
11:21 Uhr
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In der abgebrannten Bar in der Schweiz hat es jahrelang keine Brandschutzkontrollen gegeben. In früheren Jahren war das Dämmmaterial an der Decke kein Thema gewesen.

In der Bar Le Constellation im Schweizer Skiort Crans-Montana, wo in der Silvesternacht 40 Menschen in einem Feuer ums Leben gekommen sind , hat es jahrelang keine Brandschutzkontrollen gegeben. Das teilte der Präsident des Gemeinderats, Nicolas Féraud, mit. Demnach wurde zwischen 2020 und 2025 dort nicht kontrolliert. Im vergangenen Jahr sei lediglich ein Akustikgutachten ohne Beanstandung durchgeführt worden. "Wir bedauern dies zutiefst", sagte Féraud. Es habe keine Hinweise darauf gegeben, dass in diesen Jahren keine Kontrollen vorgenommen worden seien. Seinen Angaben zufolge war bei Kontrollen im Jahr 2019 und den Vorjahren das Dämmmaterial an der Decke nie Thema gewesen. Bei der letzten Brandschutzkontrolle 2019 seien in der Bar keine Mängel festgestellt worden. Barbetreiber will mit Behörden kooperieren Der Brand hatte sich dadurch entwickelt, dass das Material aus Schaumstoff durch Funken von auf Sektflaschen befestigten Wunderkerzen entzündet worden ist; das Feuer verbreitete sich binnen Sekunden. Neben 40 Toten wurden bei dem Unglück 119 Menschen größtenteils schwer verletzt, viele von ihnen werden im Ausland behandelt. Gegen die Betreiber der Bar wird derzeit wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Zudem sei dem Betreiberpaar die Betriebsbewilligung für ein zweites Restaurant in Crans-Montana entzogen worden, teilte Féraud mit. Zuvor hatten Brandschutzexperten infrage gestellt, ob die Bar genügend Notausgänge hatte und ob das Dämmmaterial an der Decke gesetzlichen Vorschriften entsprach. Das Nachrichtenportal 20 Minuten zitierte den Betreiber mit der Ankündigung, "alles in unserer Macht Stehende" zu tun, um die Ermittlungen zu unterstützen. Viele Lokale wollen freiwillig auf Pyrotechnik verzichten Als Sofortmaßnahme beschloss die Gemeinde zudem, die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen in geschlossenen Räumen zu verbieten. In Schweizer Skiorten werden nun die Brandschutzvorkehrungen geprüft , etwa in Adelboden und Lauterbrunnen im Vorfeld der Ski-Weltcuprennen am kommenden Wochenende. Der Schweizer Präsident Guy Parmelin verwies im Sender SRF auf Berichte, wonach bereits viele Lokalbetreiber auch außerhalb von Crans-Montana beschlossen hätten, künftig auf Pyrotechnik in Innenräumen zu verzichten. Die Regierung müsse kein offizielles Verbot beschließen, "aber ich glaube, dass die notwendigen Lehren zum gegebenen Zeitpunkt daraus gezogen werden", sagte Parmelin.