Zeit 02.01.2026
04:31 Uhr

Brand in Crans-Montana: Schwierige Identifizierung der Opfer beginnt nach Brandkatastrophe


Die Leichen in Crans-Montana sind so stark verbrannt, dass es Tage dauern könne, sie zu identifizieren. Viele Verletzte haben lebensbedrohliche Verbrennungen.

Brand in Crans-Montana: Schwierige Identifizierung der Opfer beginnt nach Brandkatastrophe
Nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana mit mindestens 40 Toten hat am Freitag die schwierige Identifizierung der Opfer begonnen. Die Leichen seien so stark verbrannt, dass es Tage dauern könne, bis die Namen aller Opfer festgestellt würden, teilten die Schweizer Behörden ‍mit. "Das erste Ziel ist es, allen Leichen Namen ​zuzuordnen", sagte der Bürgermeister von Crans-Montana, Nicolas Féraud, ‌am Donnerstagabend. Der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard sagte, Experten nutzten dafür Zahn- und DNA-Proben. Man müsse ⁠sich "100-prozentig sicher" sein, bevor man die ​Familien informiere. Bei dem Brand wurden zudem 115 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Eltern vermisster Jugendlicher bitten in den sozialen Medien verzweifelt ⁠um Informationen über ihre Familienangehörigen. Laut Medienberichten sind viele Verletzte junge Menschen. "Es handelt sich um junge Patienten. Im Durchschnitt sind sie zwischen 16 und 26 Jahre alt", sagte die Direktorin des Universitätsspitals Lausanne dem Nachrichtenportal 24 heures . Viele Verletzte mit schwersten Verbrennungen Zahlreiche der Verletzten weisen lebensbedrohliche Verbrennungen auf. In der Universitätsklinik Lausanne wurden allein etwa 13 erwachsene und acht minderjährige Brandverletzte aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist", wie der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, dem Sender RTS sagte. Raffoul sagte weiter, es handle sich um sehr schwere Verletzungen, deren Behandlung sehr lange dauern werde. Hinzu könne kommen, dass die Verletzten auch Rauchgasvergiftungen, Quetschungen sowie Knochenbrüche durch das Gedränge erlitten hätten. Durch das Verbrennen von Kunststoff könnten sehr giftige Dämpfe entstanden sein. In der Silvesternacht waren bei dem Brand in einer Bar mit Hunderten größtenteils jungen Feiernden etwa 40 Menschen ums Leben gekommen , 115 weitere wurden verletzt. Die Tragödie gilt als einer der schlimmsten Unfälle in der Geschichte der Schweiz . Frankreich bietet Hilfe an Die Brandursache ist nach wie vor ‌unklar. Die Schweizer Behörden gehen jedoch von einem ​Unfall und nicht von einer absichtlichen Brandstiftung aus. Medienberichte und in sozialen Medien verbreitete Aufnahmen deuteten darauf hin, dass ⁠Lärmschutzmaterial an der Decke im Keller der Bar Feuer gefangen haben könnte, als feiernde ‍Menschen mit auf Champagnerflaschen gesteckten Wunderkerzen hantierten. Der Flughafen von Genf bereitete sich auf die Ankunft der Familien ausländischer Opfer vor, wie der Kanton Genf berichtete. Er liegt am nächsten am Unglücksort, aber auf dem Landweg immer noch 180 Kilometer entfernt. Unter den Toten und Verletzten sind nach italienischen Angaben Italiener, andere Staaten hielten sich bedeckt. Ob Deutsche darunter waren, ist ungewiss. Das Außenministerium in Berlin steht nach eigenen Angaben mit den Behörden in Verbindung. Der französische Präsident Emmanuel Macron teilte auf der Plattform X mit, Frankreich nehme Verletzte in seinen Krankenhäusern auf und stehe für jede Hilfe zur Verfügung. Verletzte wurden Berichten zufolge bereits nach Paris und Lyon gebracht. Daneben haben auch Schweden und Nordmazedonien ihre Hilfe angeboten.