|
21.01.2026
12:03 Uhr
|
Einem Bericht zufolge zeigte eine Prüfung der Bar in Crans-Montana schon 2018 klare Brandschutzmängel. Ob sie beseitigt wurden, sei nie überprüft worden.

Keine Evakuierungspläne, fehlende Schulungen für das Personal: Schon Jahre vor dem verheerenden Feuer in der Silvesternacht hat eine Inspektion der Bar in Crans-Montana erhebliche Brandschutzmängel offenbart. Darüber berichtet der Schweizer Sender RTS. Demnach sei aber nie geprüft worden, ob die Mängel beseitigt wurden. Der Sender beruft sich auf Dokumente, nach denen bei einer Inspektion 2018 wichtige Brandschutzvorkehrungen fehlten. Dazu zählten Evakuierungspläne, die Schulung des Personals für den Brandfall und die Kennzeichnung eines Feuerlöschers. Die gleichen Mängel seien ein Jahr später dokumentiert worden, mit der Auflage, sie zu beseitigen. Wie die Gemeinde schon bekannt gegeben hatte, fanden aber nach 2019 keine weiteren Kontrollen mehr statt. Auf die Bitte um Stellungnahme ließen die zuständigen Fachleute der Gemeinde dem Sender über Anwälte ausrichten, dass sie sich nur bei den Strafverfolgungsbehörden äußern. Ermittlungen gehen weiter Die Frau des in Untersuchungshaft sitzenden Barbesitzers ist unterdessen erneut zu einer Aussage bei der Staatsanwaltschaft in Sitten eingetroffen. Ihr Mann war bereits befragt worden. Er soll ausgesagt haben, dass alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden, berichten italienische Medien unter Verweis auf Informationen von dabei anwesenden Anwälten von Opfern. Während der ersten Anhörungen hatte er laut Schweizer Medien ausgesagt, dass eine Servicetür an der Rückseite der Bar während des Brandes verschlossen gewesen sei. Sein Anwalt bestritt jedoch, dass es sich um einen verschlossenen Notausgang handelte. Ein Schweizer Gericht hatte gegen die Frau des Besitzers mehrere Auflagen verhängt: Sie darf die Schweiz nicht verlassen, muss ihren Pass und Ausweispapiere hinterlegen und sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden. In der Bar Le Constellation hatten in der Silvesternacht Funken sprühende Partyfontänen nach ersten Ermittlungen Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt . Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus. 40 Menschen kamen ums Leben, darunter zahlreiche Minderjährige. 116 Menschen wurden verletzt, davon erlitten etwa 80 sehr schwere Verbrennungen. Die Opfer sollen eine Soforthilfe von 11.000 Euro von den Behörden erhalten .