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09.02.2026
13:40 Uhr
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Vor der Küste Libyens ist ein Schlauchboot mit 55 Flüchtlingen an Bord gekentert. Die meisten sollen tot sein oder werden vermisst, darunter auch Kinder.

Nach dem Kentern eines Flüchtlingsboots vor der Küste Libyens werden mehr als 50 Tote befürchtet. Unter den Toten sollen auch zwei Babys sein. 53 der 55 Insassen seien entweder tot oder würden vermisst, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. Nur zwei nigerianische Frauen seien von den libyschen Behörden gerettet worden. An Bord des Schlauchboots hätten sich Migranten und Flüchtlinge aus mehreren afrikanischen Ländern befunden, teilte die IOM unter Berufung auf die Überlebenden mit. Die Gruppe sei Ende vergangener Woche aufgebrochen, nur sechs Stunden nach dem Start sei das Boot gekentert, nachdem Wasser eingedrungen sei. In diesem Jahr im Mittelmeer schon mehr als 480 Migranten gestorben oder vermisst Es ist nicht der erste Vorfall in diesem Jahr auf der Strecke im zentralen Mittelmeer. Insgesamt sind laut der IOM 2026 bereits mindestens 484 Migranten gestorben oder werden vermisst. Allein im Januar seien es mindestens 375 Migranten gewesen, wobei die tatsächliche Zahl vermutlich deutlich höher sein dürfte. Im vergangenen Jahr betrug die Zahl der Vermissten den Angaben nach mehr als 1.300 . Die Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Starke Winterstürme haben in den vergangenen Wochen die Sorgen bei NGOs vergrößert, dass viele Flüchtlingsboote bei den Überfahrten gekentert sein könnten. Trotz der extremen Wetterbedingungen wagten in diesem Winter ungewöhnlich viele Geflüchtete die Überfahrt. Libyen gilt seit dem Sturz Muammar al-Gaddafis 2011 als zentrales Transitland für Geflüchtete aus Afrika und dem Nahen Osten , die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.