Zeit 23.02.2026
15:37 Uhr

Bischofskonferenz: Georg Bätzing warnt vor AfD und Rechtsruck bei Landtagswahlen


In Würzburg treffen sich die katholischen Bischöfe zur Frühjahrsversammlung. Der scheidende Vorsitzende Georg Bätzing fordert mehr Engagement gegen Rechts.

Bischofskonferenz: Georg Bätzing warnt vor AfD und Rechtsruck bei Landtagswahlen
Der scheidende Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat vor den anstehenden Landtagswahlen in diesem Jahr vor einem Rechtsruck gewarnt. Der gesellschaftliche Zusammenhalt sei in dieser Zeit nicht einfacher geworden, sagte der Limburger Bischof in Würzburg zu Beginn der Frühjahrs-Vollversammlung der Bischöfe. Damit startete die erste Bischofskonferenz des Jahres. Zugleich warnte Bätzing eindringlich vor der AfD. Wer die Wahlprogramme der Partei studiert habe, wisse, was auf die Gesellschaft zukommen könne, wenn diese Kräfte in politische Verantwortung träten und Regierungsverantwortung bekämen, sagte er. Man müsse die Menschen in Deutschland aktivieren, für Menschenwürde aufzustehen und sich zu engagieren. Die Aufgabe der Kirchen sei es, den gesellschaftlichen Diskurs in Deutschland zu fördern. Die demokratische Mitte im Land müsse Bündnisse schließen, die großen Probleme dieser Zeit müssten gelöst werden, sagte Bätzing. Das gehe nicht alleine in Deutschland, aber auch hier müssten Lösungen nach vorn gebracht werden. Das Land solle rechtsstaatlich, freiheitlich, weltoffen, solidarisch und fest in Europa verwurzelt bleiben. Er erinnerte an die Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar" aus dem Frühjahr 2024 . Diese Erklärung habe Wirkung gezeigt, aber Erklärungen alleine reichten nicht mehr aus. Wahl eines neuen Vorsitzenden Es war der letzte Auftritt des Limburger Bischofs als amtierender Vorsitzender der Bischofskonferenz. Der 64-Jährige stand sechs Jahre lang an der Spitze der Bischofskonferenz . Wichtigster Tagesordnungspunkt der viertägigen Vollversammlung ist die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Sie findet am Dienstag statt. "Meine Zeit als Vorsitzender geht zu Ende", sagte Bätzing. Bätzing war sechs Jahre lang Vorsitzender der Bischofskonferenz. Er tritt nicht mehr an . Zugleich warnte er vor überzogenen Erwartungen an seinen Nachfolger. Es erstaune ihn, wenn Menschen glaubten, Zusammenhalt bestehe nur in Einmütigkeit, sagte er. Es werde auch in Zukunft nicht so sein, dass die Bischöfe in allen Fragen in dieselbe Richtung gingen. In den vergangenen Jahren waren immer wieder offene Konflikte zwischen eher liberalen und eher konservativen deutschen Bischöfen sowie zwischen der deutschen Kirche und dem Vatikan aufgetreten. Bei ihrem viertägigen Treffen in Würzburg entscheiden sie zudem darüber, ob sie die Satzung der geplanten Synodalkonferenz absegnen. Das neue Beratungs- und Leitungsgremium von Bischöfen und Laien soll im November seine Arbeit aufnehmen. Einige konservative Bischöfe stellen sich gegen diesen Plan und verweisen auch auf Bedenken der Kirchenleitung in Rom. Die Bischöfe befassen sich in Würzburg außerdem mit der Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs, mit dem Dialog zwischen Christen und Muslimen sowie mit weiteren Themen.