|
17.12.2025
14:46 Uhr
|
Paramount hat im Kampf um den Kauf des Konzerns das Nachsehen. Die Finanzierung der Übernahme-Offerte sei nicht gesichert, verlautet aus dem Warner-Bros-Verwaltungsrat.

Der US-Medienkonzern Warner Bros Discovery hat sich im Bieterstreit über seine Übernahme für das Kaufangebot von Netflix ausgesprochen. Wie der Verwaltungsrat des Unternehmens in einem Brief an Aktionäre mitteilte, weise er die milliardenschwere Offerte von Paramount Skydance zurück. Stattdessen präferiere er das Angebot von Streamingkonkurrent Netflix. Konkret biete das Gebot von Paramount über 108,4 Milliarden Dollar keine ausreichende Finanzierungsgarantie. Mit der Behauptung, das Barangebot von 30 US-Dollar je Aktie sei vollständig garantiert, habe Paramount die Aktionäre "durchweg in die Irre geführt". "Das ist es nicht und war es auch nie", schrieb der Verwaltungsrat. Die Finanzierung sei nicht wie behauptet von der Familie des Milliardärs und Oracle-Chefs Larry Ellison abgesichert. Stattdessen stütze sich das Angebot auf einen "unbekannten und undurchsichtigen" Trust. Zudem habe man Bedenken hinsichtlich der Verschuldung im Falle einer Übernahme durch Paramount. Die geplante Einsparung von neun Milliarden Dollar durch Synergien würde zudem zu einer neuen Runde von Stellenstreichungen führen, die "Hollywood schwächer und nicht stärker machen würden". Paramount hatte vergangene Woche in einem direkten Appell an die Aktionäre argumentiert, eine "wasserdichte Finanzierung" arrangiert zu haben. Ist das Angebot von Netflix überlegen? Generell sei das Angebot von Paramount "nicht im Interesse von WBD", schrieb der Verwaltungsrat. Den Aktionären von Warner Bros empfahl er, die Konkurrenz-Offerte von Netflix anzunehmen. Diese sei im Gegensatz eine verbindliche Vereinbarung, die kein Eigenkapital erfordere und auf soliden Schuldenzusagen fuße. Netflix hatte Anfang des Monats ein Gebot von insgesamt fast 83 Milliarden US-Dollar oder rund 71 Milliarden Euro abgegeben. Zunächst hatte Netflix Vollzug vermeldet. Daraufhin wandte sich Paramount-Chef David Ellison mit einem Gegenangebot direkt an die Aktionäre von Warner Bros. Der Gesamtwert der Offerte lag bei 108 Milliarden US-Dollar oder rund 92 Milliarden Euro. Bei der Übernahme geht es auch um eine umfangreiche Film- und Fernsehbibliothek mit Klassikern wie Casablanca und Serien wie Friends sowie den Streamingdienst HBO Max. Der Bieterkampf hat zudem eine pikante politische Komponente : Netflix steht der Demokratischen Partei nahe, während Paramount-Chef David Ellison der Sohn von Larry Ellison ist, eines Verbündeten von US-Präsident Donald Trump. Trump hatte die Übernahmepläne von Netflix infrage gestellt und dies mit dem "sehr großen Marktanteil" des Streaminganbieters begründet. Zudem pocht Trump darauf, dass der Fernsehsender CNN verkauft wird, den er in der Vergangenheit mehrfach scharf kritisiert hatte.