Zeit 25.02.2026
20:47 Uhr

Beschäftigung Angehöriger: AfD fordert Abgeordnete Martina Uhr zur Niederlegung ihres Mandats auf


Weil sie ihren Partner und dessen Tochter in ihrem Bundestagsbüro beschäftigt, soll Martina Uhr ihr Mandat niederlegen. Ihre Landesgruppe schloss sie bereits aus.

Beschäftigung Angehöriger: AfD fordert Abgeordnete Martina Uhr zur Niederlegung ihres Mandats auf
Im Zuge der Debatte um Vetternwirtschaft hat die AfD ihre Bundestagsabgeordnete Martina Uhr aufgefordert, ihr Mandat niederzulegen. Uhr stellte nach Informationen der Partei sowohl ihren Lebenspartner als auch dessen Tochter als Mitarbeiter in ihrem Bundestagsbüro an. Der ZEIT liegt eine entsprechende Mitteilung des Vorsitzenden der Landesgruppe Niedersachsen in der AfD-Bundestagsfraktion vor. Darin teilt Andreas Paul mit: "Die Landesgruppe Niedersachsen der AfD-Bundestagsfraktion hat mit sofortiger Wirkung die Abgeordnete Martina Uhr ausgeschlossen. Der Beschluss erfolgte einstimmig." Uhr wurde demnach aufgefordert, ihr Mandat innerhalb der nächsten 24 Stunden niederzulegen. Komme sie dem nicht nach, "wird die Landesgruppe Niedersachsen in der nächsten Fraktionssitzung den Ausschluss von Frau Uhr aus der Bundestagsfraktion beantragen". Vorwurf der Vetternwirtschaft Die AfD steht aktuell in der Kritik, weil in einigen Bundesländern Fälle bekannt wurden, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern auf Kosten des Staates in den Büros anderer Abgeordneter angestellt sind. Parteivorsitzende Alice Weidel hatte zuvor Überprüfungen angekündigt und gesagt, es würden Gespräche geführt. Bei "Gesprächen mit den Einzelfällen" habe sich jedoch herausgestellt, "dass die Anwürfe aus Richtung der Medien in der Tat haltlos und völlig aufgebauscht sind", sagte sie noch am Dienstag . Der Fall der Abgeordneten Uhr lässt daran zweifeln. "Eine sofortige Überprüfung durch die Landesgruppe bestätigte diese Vorwürfe in vollem Umfang", teilte die Landesgruppe mit. Frau Uhr habe sich in einer Zeugenaussage, über die die Zeitung Bild berichtet habe, selbst belastet. Der Vorstand der Bundestagsfraktion sei informiert, hieß es weiter. Weitere Abgeordnete stehen in Kritik Das Abgeordnetengesetz verbietet es, Verwandte direkt bei sich selbst zu beschäftigen. Erlaubt ist es jedoch, dass Verwandte oder Schwäger von Politikern in den Büros ihrer Parteikollegen arbeiten. Bei der AfD stehen jedoch so viele solcher Fälle im Raum, dass ihr dabei mittlerweile System vorgeworfen wird. Nach Recherchen der ZEIT beschäftigt etwa die Abgeordnete Claudia Weiss in ihrem Wahlkreisbüro gleich drei Geschwister von Tobias Rausch, dem parlamentarischen Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt. Auch der Ko-Vorsitzende Tino Chrupalla beschäftigt die Ehefrau eines sächsischen Landtagsabgeordneten. Auch Chrupalla sagte noch vor einem Tag, man wolle das Vertrauen von AfD-Wählern nicht enttäuschen und werde deshalb "sehr genau gucken, welche Fälle es dort gibt, die bemängelt wurden".