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12.01.2026
17:53 Uhr
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Der Frachter "Fitburg" wird verdächtigt, ein Ostseekabel beschädigt zu haben. Die Ermittlungen laufen weiter, aber er darf wieder in internationalen Gewässern fahren.

Nach der Beschädigung eines Datenkabels in der Ostsee hat Finnland den Frachter Fitburg freigegeben. Behörden hätten das Schiff in internationale Gewässer begleitet, teilte die finnische Polizei mit. "Die finnische und die estnische Polizei haben ihre Arbeit an Bord des Schiffes abgeschlossen, sodass die Beschlagnahme aufgehoben werden kann", sagte Risto Lohi, Leiter der Ermittlungen beim finnischen Nationalen Ermittlungsbüro. Zuvor hatte der finnische Präsident Alexander Stubb mitgeteilt, das Schiff werde von finnischen Behörden durchsucht. Erkenntnissen finnischer und estnischer Ermittler zufolge hatte die Fitburg ihren Anker kilometerweit über den Meeresboden schleifen lassen, als sie über den Finnischen Meerbusen fuhr. Laut dem Datenanbieter Marine Traffic war die Fitburg auf dem Weg von St. Petersburg in die israelische Hafenstadt Haifa gewesen. Der finnischen Polizei zufolge war das Frachtschiff unter der Flagge des karibischen Staates St. Vincent und die Grenadinen gefahren. Ermittlungen dauern an Nach wie vor ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung, der versuchten schweren Sachbeschädigung sowie der schweren Störung des Telekommunikationsverkehrs. Ein Besatzungsmitglied wurde festgenommen, gegen drei weitere wurden Ausreiseverbote verhängt. Bei den 14 Besatzungsmitgliedern handelte es sich um Russen , Georgier , Kasachen und Aserbaidschaner . Die Fitburg war in den Fokus der Behörden geraten, nachdem der Telekommunikationsanbieter Elisa am frühen Morgen einen Schaden an einem Datenkabel gemeldet hatte, das die finnische Hauptstadt Helsinki mit der estnischen Hauptstadt Tallinn verbindet. Nach Angaben des estnischen Justizministeriums war zudem ein Unterseekabel des schwedischen Telekommunikationsunternehmens Arelion beschädigt worden. Am 31. Dezember hatte Finnland die Fitburg festgesetzt und die Ermittlungen aufgenommen. Der Fall erinnert an frühere Vorfälle . Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast vier Jahren sind in der Ostsee immer wieder wichtige Telekommunikations- und Stromkabel beschädigt worden. Am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 waren Schäden an dem Unterseestromkabel Estlink 2 sowie mehreren Kommunikationskabeln aufgetreten. Die finnischen Behörden vermuten, dass die Schäden durch die Ankerkette des Tankers Eagle S verursacht worden waren, der zur russischen Schattenflotte zählt. Gegen den Kapitän und zwei weitere Besatzungsmitglieder war Anklage erhoben worden. Experten sind der Meinung, dass es sich bei derlei Vorfällen um hybride Angriffe im Auftrag Russlands handelt.