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02.03.2026
06:53 Uhr
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Muss das wirklich alles der Arzt oder die Ärztin machen? Eine Studie empfiehlt, dass Praxispersonal mehr Aufgaben übernimmt, um den Hausarztmangel zu kompensieren.

In Hausarztpraxen gibt es laut einer Studie großes Entlastungspotenzial durch mehr Aufgabenteilung mit dem Praxispersonal. Die Analyse der Bertelsmann Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass die Hausärzte fast zwei Drittel ihrer Zeit einsparen könnten, indem sie bestimmte Tätigkeiten auf qualifiziertes Fachpersonal übertragen. Durch sinnvolle und vom Arzt überwachte Aufgabenteilung im Praxisteam könne der insbesondere schon auf dem Land bestehende Hausärztemangel kompensiert werden, heißt es in der Studie. Dies gelinge kurzfristiger als durch neue Ärzte . Die Forscher haben für ihre Untersuchung Daten aus zwei größeren, bereits stark im Team mit anderen Berufsgruppen arbeitenden Hausarztpraxen mit herkömmlich arbeitenden Praxen verglichen. Fachangestellte könnten Routineaufgaben übernehmen Wiederkehrende Routineaufgaben wie technische Diagnostik vom EKG bis zum Lungenfunktionstest, Kontrollen von chronisch Kranken oder Wundnachsorge könnten von entsprechend weitergebildeten Medizinischen Fachangestellten übernommen werden, heißt es in der Studie. Die Ärzte könnten sich dann stärker auf komplexe diagnostische Entscheidungen, Patientengespräche und Medikamentenverordnung konzentrieren. Viele der benötigten Fachkräfte seien bereits qualifiziert, andere könnten ihre Kompetenzen durch Fortbildung oder berufsbegleitendes Studium relativ zügig erwerben. Damit ließe sich rechnerisch die drohende Lücke von rund 8.200 unbesetzten Hausarztsitzen im Jahr 2030 mit rund 12.000 speziell geschulten Praxisassistentinnen und -assistenten abdecken. Um den Ansatz in die Fläche zu bringen, sei aber wichtig, Unsicherheiten etwa bei Haftungs- und Finanzierungsfragen einheitlich zu klären. Ärzte sehen laut Befragung Entlastungspotenzial Eine im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführte Befragung ergab den Angaben zufolge eine hohe Bereitschaft in der Ärzteschaft, Aufgaben abzugeben. Fast zwei Drittel der befragten Mediziner sehen demnach großes bis sehr großes Entlastungspotenzial durch die Übertragung von Aufgaben an andere Berufsgruppen, sofern sie für diese Versorgungsaufgabe qualifiziert sind. Im Einzelnen würde die große Mehrheit unter anderem bei der Patientenschulung, beim Spritzen, Impfen und bei Infusionen, aber auch bei Routineuntersuchungen, Tests und beim Verfassen von Reha-Anträgen und Routine-Hausbesuchen, etwa in Pflegeheimen, Arbeit möglichst weitgehend oder zumindest teilweise abgeben. Auf mehrheitliche Ablehnung stößt dagegen der Vorschlag, auch Akut-Hausbesuche oder die Anpassung von Medikamentendosierungen auf andere Berufsgruppen zu übertragen.