Zeit 12.12.2025
14:53 Uhr

Berlin: Weltweit erste Rabbinerin Regina Jonas wird mit eigener Straße geehrt


In Berlin-Kreuzberg erinnert künftig eine Straße an die weltweit erste Rabbinerin Regina Jonas. Sie lehrte in Berlin und wurde 1944 von den Nazis in Auschwitz ermordet.

Berlin: Weltweit erste Rabbinerin Regina Jonas wird mit eigener Straße geehrt
Die Stadt Berlin hat eine Straße nach der weltweit ersten Rabbinerin Regina Jonas (1902-1944) benannt. Am Freitag wurde die neue Regina-Jonas-Straße im Bezirk Friedrichshain- Kreuzberg offiziell eingeweiht. Bisher hieß sie Kohlfurter Straße. Am 12. Dezember 1944 wurde Regina Jonas im KZ Auschwitz von den Nazis ermordet. "Mit der Straße ehren wir eine besondere und starke Frau. Es sind die mutigen Frauen, die die Welt verbessern - und Regina Jonas gehörte dazu", sagte Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) bei der Zeremonie. "Das Andenken an Regina Jonas ist auch eine Mahnung: Jüdisches Leben gehört zu unserem Bezirk. Antisemitismus darf niemals Platz haben, weder auf den Straßen noch in unseren Herzen." Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit bezeichnete die Umbenennung als "ein bedeutendes Zeichen der Anerkennung für eine Frau, deren Lebenswerk lange kaum Beachtung fand". Das sagte die stellvertretende Vorsitzende Jessica Schmidt-Weil der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA. "Für das jüdische Leben in Berlin und in Deutschland hat dies besondere Relevanz, weil damit eine ermordete jüdische Frau wieder sichtbar wird und ihren Platz im gesellschaftlichen Bewusstsein erhält." 1935 wurde Jonas die erste Rabbinerin der Welt Die Berlinerin Regina Jonas wuchs im Scheunenviertel auf und wurde 1935 als Rabbinerin ordiniert. Sie studierte bei berühmten Gelehrten wie Leo Baeck . Als in den 1930er Jahren die Nationalsozialisten immer mehr Rabbiner inhaftierten oder zur Immigration zwangen, predigte Jonas zunehmend in Synagogen der Stadt. Sie war auch in der heutigen Synagoge am Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg tätig. 1942 wurde Jonas in das KZ Theresienstadt deportiert. Am 12. Oktober 1944 deportieren die Nazis sie weiter in das KZ Auschwitz . Dort wurde Regina Jonas kurz nach ihrer Ankunft ermordet. Einen Beschluss zur Benennung der Straße nach Regina Jonas hatte die Bezirksverordnetenversammlung schon im Dezember 2023 gefällt. Zuvor zeigte die Abstimmung einer Bürgerbeteiligung, dass eine Mehrheit die Umbenennung favorisierte. Den Beschluss aus dem Jahr 2023 hatte das Bezirksamt schließlich Ende Mai bestätigt, heißt es auf der Internetseite des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg.