Zeit 22.01.2026
14:42 Uhr

Berlin: Deutschland weist russischen Diplomaten wegen Spionageverdacht aus


Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin hat das Auswärtige Amt den russischen Botschafter einbestellt. Ein Diplomat wurde des Landes verwiesen.

Berlin: Deutschland weist russischen Diplomaten wegen Spionageverdacht aus
Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin für Russland mit deutscher und ukrainischer Staatsangehörigkeit hat die Bundesregierung den russischen Botschafter einbestellt. Ihm sei mitgeteilt worden, dass ein in dem Fall ebenfalls Verdächtiger ausgewiesen worden sei, der "im Auftrag von Russland spioniert hat", teilte das Auswärtige Amt mit. Der Spiegel berichtet, es handele es sich bei dem Ausgewiesenen um den Führungsoffizier der mutmaßlichen Spionin, den stellvertretenden Militärattaché der Botschaft. Die mutmaßliche Spionin befindet sich unterdessen in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs setzte den Haftbefehl gegen die Deutsch-Ukrainerin in Vollzug. Ihr wird vorgeworfen, den russischen Geheimdienst mit Informationen versorgt zu haben. Informationen zum Ukrainekrieg beschafft Die Beschuldigte soll mit einem Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft im Kontakt gewesen sein und ihm Informationen mit Bezug zum Krieg in der Ukraine verschafft haben. So soll sie sich unter anderem zu Standorten der Rüstungsindustrie und geplanten Drohnenlieferungen an die Ukraine erkundigt haben. Dabei habe sie sich auch an frühere Mitarbeiter aus dem Bereich des Verteidigungsministeriums gewandt, die sie persönlich kannte. Die festgenommene Deutsch-Ukrainerin lebte Informationen der Nachrichtenagentur dpa zufolge schon seit einigen Jahrzehnten in Deutschland. Zuletzt bot sie unter anderem Marketing-Dienstleistungen an. Als prorussische Netzwerkerin sei sie schon länger bekannt, heißt es aus Sicherheitskreisen. Im politischen Berlin war sie präsent und nahm an verschiedenen Veranstaltungen von Verbänden und Organisationen teil. Auch mutmaßliche Unterstützer prorussischer Milizen in U-Haft Die Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch in Brandenburg außerdem zwei mutmaßliche Unterstützer der prorussischen sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk festnehmen lassen. Auch sie sind mittlerweile in Untersuchungshaft. Einen Zusammenhang zwischen diesem Verfahren und den Spionage-Ermittlungen soll es aber nicht geben. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.