Zeit 07.01.2026
21:24 Uhr

Berlin: Berliner Bürgermeister spielte während Stromausfall Tennis


Bereits Samstagmittag deutete sich an, dass der Stromausfall in Berlin länger dauert. Kai Wegner ging trotzdem für eine Stunde zum Sport – anders als bislang dargestellt.

Berlin: Berliner Bürgermeister spielte während Stromausfall Tennis
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ist am vergangenen Samstag nicht dauerhaft mit dem Krisenmanagement nach dem Brandanschlag auf das Stromnetz beschäftigt gewesen. "Ich habe von 13 bis 14 Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf frei kriegen wollte", sagte er bei Welt TV. "Ich war die ganze Zeit erreichbar, auch als ich Tennis gespielt habe." Danach sei er sofort zurückgefahren und habe weitergearbeitet. Zuvor hatte der Sender RBB berichtet. Am Sonntag hatte der Regierende Bürgermeister noch gesagt: "Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren, weil ich denke, das hilft den Menschen noch mehr." Er sei am Samstag zu Hause gewesen und habe sich in sein Büro eingeschlossen. Gegenüber dem RBB spricht er mittlerweile von ungeschicktem Verhalten. "Rückblickend hätte ich das am Sonntag sagen sollen, was ich am Samstag gemacht habe", sagte Wegner in der RBB-Abendschau. Wegner sei am Samstagmorgen um 8 Uhr über den Stromausfall informiert worden, sagte eine Senatssprecherin. Danach habe er Telefonate geführt – unter anderem mit dem Kanzleramt und dem Innenministerium und verschiedenen Senatsverwaltungen. Als Wegner zum Tennis ging, deutete sich jedoch bereits an, dass der Stromausfall länger anhalten dürfte. Am Samstagmittag meldete der Betreiber Stromnetz Berlin : "Ein Zeitpunkt für die Wiederversorgung kann derzeit noch nicht genannt werden", hieß es. Kritik an Wegners Krisenmanagement Aus AfD und FDP gab es Rücktrittsforderungen. Deutliche Kritik äußerten auch der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und die Linke. Wegner stand bereits zuvor wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. Die Opposition und der Koalitionspartner SPD werfen dem CDU-Politiker unter anderem vor, am ersten Tag des Stromausfalls nicht vor Ort präsent gewesen zu sein. Die Rücktrittsforderungen der Opposition ordnet Wegner als nicht verhinderbar ein. "Ich glaube, das Entscheidende ist, dass wir gezeigt haben, dass wir Krisen können, dass die Berlinerinnen und Berliner in den betroffenen Gebieten jetzt wieder Strom und Wärme haben", sagte Wegner dazu. Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte, waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Mittlerweile ist die Versorgung wieder hergestellt .