Zeit 13.02.2026
03:24 Uhr

Bangladesch: Nationalistische Partei gewinnt Parlamentswahl in Bangladesch


Die Partei von Tarique Rahman hat bei den Wahlen in Bangladesch eine absolute Mehrheit erreicht. Sie könnte das Land nach monatelangen Unruhen wieder stabilisieren.

Bangladesch: Nationalistische Partei gewinnt Parlamentswahl in Bangladesch
In Bangladesch hat die Nationalistische Partei (BNP) die ​Parlamentswahl klar für sich entschieden und damit Hoffnungen auf eine politische Stabilisierung geweckt. Den bangladeschischen Sendern Jamuna und Somoy zufolge kam die Partei auf 197 von 300 zu vergebenen Sitzen und sicherte sich damit die absolute ​Mehrheit. Das offizielle Wahlergebnis soll am späten Freitagmorgen (Ortszeit) bekannt gegeben werden. Der hochrangige BNP-Politiker Ruhul Kabir Rizvi sprach in einer Erklärung seiner Partei von einem "durchschlagenden Sieg". Zugleich betonte er, es werde keine öffentlichen Feierlichkeiten geben. Stattdessen rief er Anhänger auf, im Gebet für den Wahlsieg zu danken. Angeführt wird die BNP vom voraussichtlichen neuen Regierungschef ​Tarique Rahman, dem 60-jährigen Sohn der früheren Ministerpräsidentin Khaleda Zia. Im Wahlkampf hatte die Partei unter anderem Finanzhilfen für arme Familien, eine Begrenzung der Amtszeit für Regierungschefs und eine Stärkung der Wirtschaft durch ausländische Investitionen versprochen. Es war die erste Wahl seit dem ⁠Sturz der langjährigen Ministerpräsidentin Sheikh Hasina durch einen ​von jungen Leuten getragenen Aufstand im Jahr 2024 . Ein eindeutiges Ergebnis galt als entscheidend ‌für ⁠die Stabilität des mehrheitlich muslimischen südasiatischen ​Landes mit 175 Millionen Einwohnern. Zuvor hatte es monatelange Unruhen gegeben, die die Wirtschaft, inklusive des wichtigen Textilsektors, schwer getroffen hatten. Kandidat der islamistischen Partei räumt Niederlage ein Der Chef der islamistischen Jamaat-e-Islami, der größten Rivalin der BNP, räumte die Niederlage seiner Partei ein. Shafiqur Rahman sagte, ⁠seine Partei werde keine ​Opposition um der Opposition willen betreiben, sondern "positive Politik" machen. Die Jamaat-e-Islami kommt den TV-Prognosen zufolge auf 63 Sitze. Das entspricht zwar einer klaren Verbesserung gegenüber früheren Wahlergebnissen, ist jedoch ein deutlich geringerer Stimmenanteil, als die Islamisten sich erhofft hatten. Die Awami-Liga ‌der gestürzten Regierungschefin Hasina war von der Wahl ausgeschlossen worden. ​Die Abstimmung galt dennoch als die erste seit Jahren mit einem wettbewerblichen Charakter. Die Wahlbeteiligung lag Berichten zufolge bei mehr als 60 Prozent. Gleichzeitig mit der ​Wahl fand ein Referendum über eine Reihe von Verfassungsreformen statt. Dazu gehörten die Einrichtung einer neutralen Übergangsregierung für Wahlperioden, eine Zwei-Amtszeiten-Begrenzung für Ministerpräsidenten und die Stärkung der Unabhängigkeit der ‌Justiz. Ein offizielles Ergebnis lag zunächst nicht vor. Einer führenden Zeitung ​zufolge zeichnete sich jedoch Zustimmung zu den Reformen ab. Hasina bezeichnet die Wahl als "Farce" Die gestürzte Ministerpräsidentin ⁠Hasina bezeichnete ​die Abstimmung aus ihrem Exil in Indien als "sorgfältig ‌geplante Farce". Sie forderte die Annullierung der "illegalen und verfassungswidrigen" Wahl und die Abhaltung einer freien und fairen Abstimmung unter einer ‌neutralen Übergangsregierung. Hasinas Gegner werfen ihr vor, dass Wahlen unter ihrer mehr als 15-jährigen Herrschaft ​häufig von Boykotten und Einschüchterungen geprägt waren.