Zeit 22.01.2026
20:34 Uhr

Bangladesch: Großbrand zerstört hunderte Unterkünfte von Rohingya-Flüchtlingen


In Bangladesch befindet sich das größte Flüchtlingslager der Welt, Rohingya aus Myanmar leben dort auf engstem Raum. Bei einem Feuer gab es jetzt verheerende Schäden.

Bangladesch: Großbrand zerstört hunderte Unterkünfte von Rohingya-Flüchtlingen
Ein Großbrand hat im überfüllten Rohingya-Flüchtlingslager im Südosten Bangladesch erhebliche Schäden angerichtet. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden mehr als 400 provisorische Unterkünfte stark beschädigt, mehr als 2.000 Menschen seien unmittelbar betroffen. Unter den Bewohnerinnen und Bewohnern habe es mehrere Leichtverletzte gegeben, teilte die Organisation weiter mit. Viele Menschen hätten überdies all ihren Besitz verloren, darunter Ausweispapiere und andere wichtige Dokumente. Auch zentrale Teile der Lagerinfrastruktur – darunter Wasser- und Sanitäranlagen, Hygieneeinrichtungen, Schulen sowie zwei Moscheen – seien schwer beschädigt worden. Die Ursache des Feuers, das am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) in Camp 16 ausgebrochen war, ist noch unklar. Die mehr als eine Million Rohingya-Flüchtlinge, die in über 30 Lagern im Bezirk Cox’s Bazar leben, sind besonders während der Trockenzeit von November bis März einem erhöhten Brandrisiko ausgesetzt. IOM-Missionschef Lance Bonneau sagte: "Wenn Brände in den überfüllten Campeinrichtungen wüten, gehen die Auswirkungen weit über beschädigte Infrastruktur hinaus." Bereits im März 2021 hatten bei schweren Bränden etwa 45.000 Menschen ihre Unterkünfte verloren. Völkermordvorwurf gegen Myanmar Die Rohingya-Siedlungen in Cox's Bazar bilden nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zusammen das weltweit größte Flüchtlingslager. Auslöser der Fluchtbewegung war der Militäreinsatz im benachbarten Myanmar, wo die muslimische Minderheit der Rohingya seit 2017 systematischer Gewalt ausgesetzt war. Vor dem Internationalen Gerichtshof Den Haag läuft derzeit ein Verfahren, in dem Myanmar Völkermord an den Rohingya vorgeworfen wird. Das westafrikanische Gambia hatte wegen der Verfolgung der Rohingya 2019 vor dem höchsten UN-Gericht Klage gegen das südostasiatische Land eingereicht und sich auf die Völkermordkonvention der Vereinten Nationen berufen.