Zeit 12.12.2025
06:54 Uhr

Bahnverkehr : Flixtrain plant Start neuer Fernzüge ab 2028


Flixtrain bestellt erstmals fabrikneue Züge für den Fernverkehr. Mehrere Verbindungen sollen dadurch im Zweistundentakt bedient werden können.

Bahnverkehr : Flixtrain plant Start neuer Fernzüge ab 2028
Der Bahn-Konkurrent Flixtrain hat angekündigt, ab 2028 neue Fernzüge auf die Schiene zu bringen . Laut Unternehmenschef André Schwämmlein sind die ersten der insgesamt 65 Züge bereits in Produktion. Wann genau alle fertiggestellt sein sollen, ließ er offen. "Der Hochlauf wird natürlich etwas dauern", sagte Schwämmlein. "Man bringt nicht von heute auf morgen 65 neue Züge ins Netz." Durch den Ausbau des Fernverkehrs soll sich die Sitzplatzkapazität etwa verdoppeln. Zudem soll das bisherige Fernverkehrsangebot ausgedehnt werden. "Wir werden auf den großen Verbindungen einen Zweistundentakt anbieten können", sagte Schwämmlein. Ziel sei es auch, mittelfristig die wichtige Strecke Berlin–München ins Angebot aufzunehmen, die bisher nicht von Flixtrain bedient wird. Bislang setzte Flixtrain auf gebrauchte Züge Für Flixtrain ist es das erste Mal, dass das Unternehmen fabrikneue Züge bestellt – bislang setzte der Anbieter ausschließlich auf modernisierte Gebrauchtfahrzeuge. Die neuen Fahrzeuge werden vom spanischen Hersteller Talgo gebaut. Momentan sind für Flixtrain nach Konzernangaben 15 Züge im Einsatz. Bis die neuen Einheiten ankommen, will das Unternehmen weiter auf Gebrauchtfahrzeuge setzen. Bei den neuen Zügen handelt es sich um die gleiche Bauart wie beim neuen ICE L der Deutschen Bahn, der ebenfalls von Talgo hergestellt wird. Daher werde die Zulassung deutlich schneller erfolgen, sagte Schwämmlein. Das Unternehmen hatte die 2,4 Milliarden Euro teure Bestellung der neuen Züge inklusive Wartung bereits im Mai angekündigt . Sie umfasst zunächst 30 neue Schnellzüge mit der Option auf 35 weitere. Preissteigerungen je nach Veränderung des Marktes möglich Flixtrain ist vor allem für seine vergleichsweise günstigen Preise bekannt. Das könnte sich in Zukunft jedoch ändern. Denn je nachdem, wie sich der Markt entwickelt, könnten auch die Ticketpreise steigen, sagte Schwämmlein. Er verwies dabei vor allem auf die gestiegenen Trassenpreise – also die Nutzungsgebühren, die Bahnunternehmen für die Schiene zahlen müssen. Flixtrain gehört als Marke zur Münchner Reiseplattform Flix, die auch die grünen Fernbusse betreibt. Das Unternehmen zählt zu den wenigen Wettbewerbern der Deutschen Bahn im Fernverkehr , in dem der Konzern bislang einen Marktanteil von rund 95 Prozent hält. Kürzlich wurde jedoch bekannt, dass auch die italienischen Bahnunternehmen Trenitalia und Italo in den deutschen Fernverkehr einsteigen wollen.