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05.03.2026
04:33 Uhr
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Als neuer Ministerpräsident von Baden-Württemberg würde der Grünenpolitiker Cem Özdemir Handys an allen Schulen untersagen. Auch ein Social-Media-Verbot begrüßt er.

Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, hat für den Fall eines Wahlsiegs ein Handyverbot an allen Schulen in dem Bundesland angekündigt. "Dann haben wir Gleichheit unter den Schulen", sagte Özdemir in einer Diskussion mit Schülerinnen und Schülern bei einer Veranstaltung der Tageszeitung Mannheimer Morgen . Zudem begrüßte er die Idee eines Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Da dafür eine europaweite Regelung nötig sei, müsse sich die Bundesregierung für ein EU-weites Verbot einsetzen. Özdemir, der studierter Sozialpädagoge ist, warnte vor den negativen Folgen von zu früher Social-Media-Nutzung für die Entwicklung von Kindern. "Ziel muss sein, dass wir unsere Jugendlichen nicht mehr den Techkonzernen zum Fraß vorwerfen", sagte er. Vorbild Australien Seit dem 10. Dezember dürfen in Australien Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keine eigenen Konten mehr auf vielen großen Social-Media-Plattformen besitzen. Die Regierung will junge Menschen so vor Cybermobbing, problematischem Konsum und belastenden Inhalten schützen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hatte sich nach dieser Entscheidung offen für ein Social-Media-Verbot für Kinder wie in Australien gezeigt. Bei der Landtagswahl am Sonntag in Baden-Württemberg wird über die Nachfolge von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) entschieden, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Für die CDU will Landes- und Fraktionschef Manuel Hagel neuer Ministerpräsident werden. Die CDU hatte bei ihrem Bundesparteitag im Februar auch über strengere Handyregeln an Schulen und "digitale Schutzzonen" beraten.