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25.11.2025
11:20 Uhr
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Das Bundeskriminalamt hat nach Bombendrohungen gegen öffentliche Einrichtungen mehrere Durchsuchungen durchgeführt. Unter den Beschuldigten sind demnach auch Jugendliche.

Nach bundesweiten Bombendrohungen unter anderem gegen Schulen und Bahnhöfe hat die Polizei Objekte in mehreren Bundesländern durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen vier Beschuldigte, die Hunderte Drohmails verschickt haben sollen, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte. Demnach fanden in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Sachsen-Anhalt Durchsuchungen statt. Unter den Beschuldigten sind demnach auch Jugendliche. Ihnen wird unter anderem die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zum Zwecke bundesweiter Bombendrohungen vorgeworfen. Zur Last gelegt wird ihnen, "als Teil einer überregional agierenden Tätergruppierung für Hunderte Drohmails mit vorgetäuschten bundesweiten Bombendrohungen gegen Schulen, Hauptbahnhöfe, Einkaufszentren und andere städtische sowie öffentliche Einrichtungen verantwortlich zu sein". Beamte hätten bei den Durchsuchungen elektronische Geräte und Speichermedien sichergestellt. Die Gruppe soll sich rein virtuell zusammengeschlossen haben – und zwar unter einer geschlossenen Messenger-Gruppe namens "Schweinetreff". Ziel sei gewesen, "den öffentlichen Frieden unter Androhung von Straftaten zum Nachteil von Leib und Leben zu stören, größtmögliche Einsatzlagen auszulösen und größtmögliche Verunsicherung in der Bevölkerung zu erzeugen", teilte das BKA mit . Drohungen verursachten hohen Sachschaden Durch die Bombendrohungen wurden nach Angaben des BKA in Hunderten Fällen Polizeieinsätze ausgelöst. Auch wenn sich die Drohungen als Falschmeldungen herausgestellt hätten, sei ihnen nachgegangen worden. "Wenngleich infolge der Tathandlungen kein schädigendes Ereignis eingetreten ist, entstand durch die Evakuierungsmaßnahmen in Deutschland ein immenser Sachschaden im hohen fünfstelligen Bereich", schreibt das BKA. Zudem hätten besonders die Einsätze in Schulen psychologische Belastungen ausgelöst. Zu den Zielen der Drohungen gehörten laut BKA unter anderem ein Einkaufszentrum in Essen im Mai 2024, der Bahnhof Neunkirchen im September 2024, das Funkhaus des MDR in Magdeburg im Oktober 2024, ein Einkaufszentrum in Sachsen-Anhalt im Dezember 2024 und eine Schule in Bad Hersfeld im Dezember 2024. Insbesondere Österreich war nach Angaben des BKA von vergleichbaren Drohungen betroffen. "Im Rahmen der dortigen Ermittlungen sowie dem deutsch-österreichischen Informationsaustausch konnten umfassende Beweise gesichert und Erkenntnisse zu den mutmaßlichen Tätern sowie ihrer Vernetzung untereinander gewonnen werden", schreibt das BKA.