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27.01.2026
13:06 Uhr
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Vier von zehn neu zugelassenen Autos in Europa kamen 2025 von deutschen Herstellern. Europaweit gingen die Neuzulassungen bei reinen Verbrennern stark zurück.

Die deutschen Autohersteller haben ihre Spitzenposition in Europa im vergangenen Jahr verteidigt. Zusammen kamen die Konzerne VW, BMW und Mercedes auf einen Marktanteil bei neu zugelassenen Autos von 39,9 Prozent. Das geht aus Zahlen des europäischen Herstellerverbands Acea hervor. Damit konnten die drei Konzerne ihre Verkäufe leicht um 1,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr steigern. Vor allem VW baute seinen Marktanteil deutlich aus. Auch BMW meldete eine Umsatzsteigerung, während Mercedes stabil blieb. Insgesamt stieg der Autoabsatz in der EU 2025 um 1,8 Prozent auf 10,8 Millionen Fahrzeuge. Das ist der höchste Wert in diesem Jahrzehnt, allerdings liegt er noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 13 Millionen Autos im Jahr 2019. 3,7 Millionen neue Hybridfahrzeuge Die meisten Neuzulassungen entfielen im vergangenen Jahr auf Hybridfahrzeuge , die mit 34,5 Prozent mehr als ein Drittel des gesamten Neuwagenmarktes ausmachten. Angetrieben wurde dieser Trend von einem starken Wachstum besonders in Spanien (plus 23,1 Prozent) und Frankreich (plus 21,6 Prozent). Insgesamt wurden 2025 in Europa rund 3,7 Millionen Hybridfahrzeuge neu zugelassen. Hybridautos werden durch konventionelle Verbrennermotoren angetrieben und laden ihren relativ kleinen Akku beispielsweise beim Bremsen auf. Sie können oft rein elektrisch nur wenige Hundert Meter fahren und nutzen sonst den Verbrennermotor. Plug-in-Hybride werden dagegen per Stecker aufgeladen und können deutlich längere Strecken rein elektrisch zurücklegen. Sie hatten 2025 einen Marktanteil von 9,4 Prozent (plus 33,4 Prozent). Reine Verbrenner brechen ein, Elektroautos sind gefragt Der Anteil reiner Benziner bei europäischen Neuzulassungen sank dagegen von 33,3 auf 26,6 Prozent. Sie liegen damit immerhin noch mit rund 2,9 Millionen Neuwagen auf dem zweiten Platz. Der Anteil vollelektrischer Autos stieg deutlich von 13,6 auf 17,4 Prozent. Insgesamt wurden knapp 1,9 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge zugelassen – rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein in Deutschland nahmen die Neuzulassungen von E-Autos laut Acea um mehr als 43 Prozent zu. Dieselautos machten nur noch 8,9 Prozent des EU-Neuwagenmarktes aus. Aussichten laut Experten "schwierig" Trotz des Anstiegs bei den Neuzulassungen bleibt die Automobilindustrie weiter unter Druck. Insgesamt gehe es "nur im Schneckentempo aufwärts", sagte der Automobilmarktexperte des Beratungsunternehmens EY, Constantin Gall. Auch künftig sei nur eine geringfügige Erholung zu erwarten, "denn nach wie vor sind die Rahmenbedingungen schlecht und es herrscht sowohl bei Privatkunden als auch bei den Unternehmen eine große Kaufzurückhaltung". Die Autoindustrie müsse sich "auf ein schwieriges Jahr 2026 einstellen". Mit Blick auf den Absatz von Elektroautos fügte er hinzu, dass der Absatz hier "deutlich langsamer als noch vor wenigen Jahren erhofft und prognostiziert" wachse. Zwar werde die neue Elektroprämie in Deutschland zu weiter steigenden Verkäufen von Elektroautos führen, allerdings vorwiegend im Einstiegssegment, in dem die deutschen Hersteller bislang kaum vertreten seien .