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15.12.2025
05:38 Uhr
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Die Rücknahme des Verbrennerverbots wird laut der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer keine Industriejobs retten. Auch andere Volkswirte sehen das Vorhaben skeptisch.

Führende Ökonominnen und Ökonomen haben die absehbare Lockerung der CO₂-Vorgaben für Neuwagen in der EU kritisiert. Die Abkehr vom sogenannten Verbrenner-Aus löse weder die aktuellen Probleme der Hersteller noch sichere sie Industriejobs in Deutschland, sagte die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, die Volkswirtin Monika Schnitzer, der Süddeutschen Zeitung . "Würde man diese Arbeitsplätze retten, wenn man das Verbrenner-Aus jetzt verschiebt? Ich fürchte, das Gegenteil ist der Fall." Voraussichtlich am Dienstag sollen in Brüssel die Pläne vorgestellt werden, welche Autos ab 2035 noch in der EU zugelassen werden können. Dass das Komplettverbot für Verbrenner fallen dürfte , ist schon seit Monaten absehbar. Auch die Bundesregierung hatte sich dafür eingesetzt. Schnitzer kritisierte auch, dass die Industrie widersprüchliche Signale erhalte, zumal viele Unternehmen längst investiert hätten. "Wenn es jetzt also heißt, die Deutschen hätten bei den Verbrennern einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, kann ich nur sagen: kurzfristig vielleicht", sagte Schnitzer. "Aber heute nutzt auch niemand mehr ein Tastenhandy." IW-Ökonom beklagt Symboldebatte Auch die Ökonomen Thomas Puls vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Sebastian Dullien vom gewerkschaftsnahen IMK und Anita Wölfl vom Münchner ifo Institut äußerten sich skeptisch. "Ich halte das alles vor allem für eine Symboldebatte: E-Autos und Plug-in-Hybride werden bis 2035 für die allermeisten Anwendungen sowieso das bessere Produkt sein ", sagte Puls. Das Problem der deutschen Hersteller sei auch weniger das Verbrenner-Aus, sondern eher der technische Rückstand, zum Beispiel bei den Batteriezellen, sagte Dullien. "Deshalb kann man sich schon die Frage stellen, welches Interesse die Manager in den Autokonzernen verfolgen: Wollen sie kurzfristig möglichst hohe Gewinne machen oder arbeiten sie im langfristigen Interesse der Industrie und der Beschäftigten?" Eine zweigleisige Strategie zwischen E- und Verbrennerfahrzeugen hätten Konzerne schon zu lange gefahren, kritisierte Wölfl. "Das lohnt sich aber auf Dauer nicht." Die meisten Hersteller investierten deshalb schon jetzt nicht mehr in Benziner und Diesel. "Woher sollten also in den nächsten Jahren plötzlich neue Verbrennermodelle kommen?"