Zeit 16.12.2025
06:15 Uhr

Autoindustrie: Ford verringert sein Angebot an Elektroautos


Der Autohersteller Ford hat angekündigt, die Produktion mehrerer E-Auto-Modelle einzustellen, darunter der F-150. Die Umweltpolitik der US-Regierung bremst das Geschäft.

Autoindustrie: Ford verringert sein Angebot an Elektroautos
Der US-Autohersteller Ford wird die Produktion mehrerer Elektroautomodelle einstellen. Das teilte Andrew Frick, Leiter des Ford-Geschäftsbereichs für Verbrenner und E-Autos, mit. "Anstatt weitere Milliarden für große E-Autos auszugeben, für die es keinen Weg zur Profitabilität mehr gibt, investieren wir dieses Geld in Bereiche mit höheren Renditen", sagte Frick. Der US-Traditionskonzern will sich stattdessen verstärkt auf Modelle mit Verbrenner- und Hybridantrieb konzentrieren. Zuvor hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Abgasvorschriften gelockert und die staatliche Förderung für E-Autos gestrichen. Dadurch lief am 30. September eine seit mehr als 15 Jahren bestehende Steuergutschrift von 7.500 Dollar für E-Auto-Käufer aus. In der Folge fielen die Verkäufe von Elektroautos in den USA um etwa 40 Prozent. Zuletzt hätten Elektroautos noch einen Anteil von fünf Prozent am Ford-Geschäft gehabt, sagte Ford-Chef Jim Farley dem Wirtschaftssender CNBC. Vor dem Auslaufen der Subventionen Ende September seien es noch zwölf Prozent gewesen. Milliardeninvestitionen in Elektroautos abgeschrieben Nach dem Erfolg von Tesla hatten die großen US- Autobauer General Motors, Ford und Stellantis Milliarden investiert, um mehr Elektroautos in ihre Modellpaletten zu bringen. Dabei beschlossen sie auch, die in den USA populären Pick-ups zu elektrifizieren. Fords Modell F-150 Lightning ist eines der meistgekauften Modelle auf dem US-Automarkt. Das Modell war 2022 auf den Markt gekommen, doch nach anfänglichen 200.000 Bestellungen blieben die Verkaufszahlen zurück. Als Reaktion auf die nachlassende Nachfrage und Trumps Politik will Ford die Herstellung des Pick-up-Trucks als reines Elektrofahrzeug nun einstellen. Auch elektrische Nutzfahrzeuge wird Ford streichen. Zudem stellt der Konzern praktisch seine gesamte angekündigte zweite Generation von E-Autos ein und verlagert den Schwerpunkt auf erschwinglichere elektrische Modelle, die ab 2027 auf den Markt kommen sollen. Für die Neuausrichtung wird Ford eine Abschreibung von 19,5 Milliarden US-Dollar (rund 16,6 Milliarden Euro) verbuchen. Etwa 8,5 Milliarden US-Dollar entfallen auf die gestrichenen E-Auto-Modelle, rund sechs Milliarden auf die Auflösung eines Batterie-Gemeinschaftsunternehmens mit SK On aus Südkorea und fünf Milliarden auf weitere projektbezogene Ausgaben.