Zeit 06.03.2026
08:16 Uhr

Autoindustrie : VW-Betriebsratschefin zeigt sich offen für Rüstungsprojekte


Die Lage in der Autoindustrie ist nach wie vor angespannt. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo sieht in Rüstungsprojekten eine Möglichkeit, Standorte zu sichern.

Autoindustrie : VW-Betriebsratschefin zeigt sich offen für Rüstungsprojekte
Die Betriebsratschefin des Automobilherstellers VW , Daniela Cavallo, kann sich Rüstungsprojekte bei VW vorstellen. Vor allem für das Werk im niedersächsischen Osnabrück könnte das eine Perspektive sein. "Wir prüfen alle Möglichkeiten, um den Standort Osnabrück zukunftsfest aufzustellen", sagte Cavallo der Nachrichtenagentur dpa. Sie verwies darauf, dass die Konzerntochter MAN bereits seit Jahren in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall Militärlaster baut. Ihre Haltung begründet sie auch damit, dass Deutschland und Europa aus ihrer Sicht im Bereich der Verteidigung unabhängiger werden müssten. "Die Welt hat sich stark verändert. Deshalb ist es wichtig, dass Europa dort ein Gegengewicht aufbaut", fügte sie hinzu. Zugleich verwies Cavallo auf die weiterhin angespannte Lage in der Automobilindustrie – auch bei Volkswagen. Die Branche steht aufgrund geopolitischer Konflikte und Handelsstreitigkeiten , etwa neuer US-Zölle, unter Druck. Damit müsse sich jedoch der Vorstand auseinandersetzen. "Das ist seine Aufgabe", sagte Cavallo. Sparprogramme zulasten der Beschäftigten sollen vermieden werden "Meine Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass bestehende Vereinbarungen eingehalten werden und nicht einseitig zulasten der Belegschaft neue Sparprogramme aufgelegt werden." Damit stellt sie sich gegen zusätzliche Einsparungen auf Kosten der Beschäftigten. Ihr zufolge habe das Ende 2024 vereinbarte Paket der Belegschaft bereits viel abverlangt. "Dieses Programm muss jetzt konsequent umgesetzt werden – nicht nur bei den Arbeitskosten, sondern bei allen Kostenarten", fügte sie hinzu. Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich Ende 2024 nach langem Ringen auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden im Gegenzug ausgeschlossen. Standortschließungen bleiben ausgeschlossen An diesen Bestimmungen will auch Cavallo festhalten. Ihr zufolge werde es "unter gar keinen Umständen" zu Standortschließungen kommen, auch nicht in Osnabrück. Zwar gebe es für den Standort noch kein fertiges Zukunftskonzept. "Aber der Konzernvorstand hat sich verpflichtet, gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite eines zu erarbeiten." Eine Schließung sei dabei nicht vorgesehen und käme auch nicht infrage. In diesem Jahr läuft die Produktion der in Osnabrück gebauten Porsche-Modelle aus. Mitte 2027 endet auch die Fertigung des VW T-Roc Cabrios. Als möglicher Interessent gilt seit langem der Rüstungskonzern Rheinmetall. Im Februar präsentierte das Werk zudem Prototypen möglicher Militärfahrzeuge auf VW-Basis – zunächst nur als Test. Ob daraus konkrete Projekte entstehen, ist laut VW noch unklar.