Zeit 16.01.2026
14:12 Uhr

Auswärtiges Amt: Venezuela lässt drei inhaftierte Deutsche frei


In Venezuela werden nach der Verhaftung von Nicolás Maduro zahlreiche politische Gefangene freigelassen. Darunter sind auch deutsche Staatsbürger.

Auswärtiges Amt: Venezuela lässt drei inhaftierte Deutsche frei
Drei Deutsche sind in Venezuela aus politischer Gefangenschaft entlassen worden. Die Betroffenen seien in der deutschen Botschaft in Caracas in Empfang genommen worden, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Die Befreiung sei von deutscher Seite vorangetrieben und eng begleitet worden. Warum die drei festgenommen worden waren, ließ sich dem Sprecher zufolge bis zuletzt nicht vollständig klären. Dies spreche dafür, "dass das Gründe sind, die wir so nicht teilen". Das Justizsystem in Venezuela sei "intransparent", deswegen sei es auch schwer zu sagen, ob die inhaftierten Deutschen als politische Häftlinge zu betrachten gewesen seien. Eine niedrige einstellige Zahl Deutscher sei weiterhin in Venezuela in Haft, sagte der Sprecher weiter. Details könne er aus Schutzgründen nicht nennen. Neben den deutschen Staatsbürgern ließ Venezuela auch tschechische, ungarische und niederländische Staatsbürger frei, die im Land inhaftiert waren. Das teilten die jeweiligen Regierungen mit. "Ein Schritt in die richtige Richtung" Außenminister Johann Wadephul (CDU) wertete die Freilassung als "Schritt in die richtige Richtung und eine Geste hin zu konstruktiveren Beziehungen". Die EU und ihre ⁠Mitgliedstaaten hätten die ⁠venezolanische Regierung mehrfach aufgerufen, alle im Land inhaftierten politischen Gefangenen ​bedingungslos freizulassen. Die Freilassungen sind Teil einer Welle von Haftentlassungen nach der Festnahme von Nicolás Maduro durch die USA. Dieser war nach einem US-Militärschlag am 3. Januar festgenommen und in die USA gebracht worden. Seitdem führt Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Regierungsgeschäfte übergangsweise. Die Lage der Bevölkerung in dem südamerikanischen Karibikstaat hat sich nach Einschätzung von Caritas international zuletzt noch einmal deutlich verschlechtert. Hohe Preise, weitverbreitete Angst und große Unsicherheit machten es vielen Menschen schwer, sich ausreichend zu versorgen.