Zeit 10.02.2026
12:14 Uhr

Australien: Heftige Proteste gegen Australien-Besuch von Israels Staatspräsident


Während des Besuchs von Israels Präsidenten Izchak Herzog in Australien protestieren Tausende gegen den Krieg in Gaza. In Sydney kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Australien: Heftige Proteste gegen Australien-Besuch von Israels Staatspräsident
Tausende Menschen haben am Montagabend im australischen Sydney gegen Israels Kriegsführung im Gazastreifen demonstriert. Dabei brach Chaos aus, als die Polizei Demonstranten daran hinderte, einen als Sperrzone ausgewiesenen Bereich zu betreten. Anlass für die Proteste ist ein offizieller Besuch von Israels Staatspräsidenten Izchak Herzog in Australien. Der australische Premierminister Anthony Albanese zeigte sich angesichts der gewaltsamen Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Demonstrierenden bestürzt. Er sei "am Boden zerstört", sagte Albanese. Es seien Szenen, die nicht stattfinden sollten. Kritik an Polizeieinsatz gegen Demonstranten Während Albanese das Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten verteidigte, warfen Vertreter der Opposition der Polizei unverhältnismäßige Gewalt vor. Sydneys Bürgermeisterin Clover Moore forderte eine Untersuchung des Einsatzes. Die Regierung des Bundesstaates New South Wales hatte zuvor der Polizei erweiterte Befugnisse zur Kontrolle von Demonstranten eingeräumt. Ein Versuch der Demonstranten, dagegen gerichtlich vorzugehen, war kurz vor dem Beginn der Proteste gescheitert, wie örtliche Medien berichteten. Aufruf zu Protest gegen Polizeigewalt Die Polizei teilte mit, bei den Protesten 27 Menschen festgenommen zu haben. Derweil sorgte ein Video im Netz für Empörung. Es zeigt, wie Polizisten in der Nähe des Rathauses von Sydney muslimische Männer beim Gebet stören, sie bedrängen und stoßen. Protestgruppen in Sydney riefen zu einer Demonstration gegen Polizeigewalt auf. Israels Präsident Herzog hält sich seit Montag zu einem viertägigen Staatsbesuch in Australien auf. Am Ort des Terroranschlags auf eine jüdische Chanukkafeier am Bondi Beach in Sydney legte er einen Kranz nieder und traf sich mit Angehörigen der Opfer. Bei dem Schusswaffenattentat am 14. Dezember 2025 wurden 15 Menschen getötet. In Australien wurde das Verbrechen als antisemitisch eingestuft.