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25.11.2025
20:46 Uhr
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570 Stellen sollen beim Auswärtigen Amt in Berlin bis 2029 gestrichen werden. Beschäftigte wurden über die geplante Umstrukturierung informiert.

Das Auswärtige Amt unter Außenminister Johann Wadephul wird tiefgreifend umstrukturiert. Oberste Leitlinie dabei sei es, "unsere Wirksamkeit in den Bereichen der Sicherheitspolitik, der Internationalen Ordnung und der Wirtschaftsförderung und -sicherheit zu erhöhen", teilten die beiden Staatssekretäre Géza Andreas von Geyr und Bernhard Kotsch in einem Schreiben an die Beschäftigten mit, das auch der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode des Bundestags im Jahr 2029 sollen demnach rund 570 Stellen vor allem in der Zentrale in Berlin gestrichen werden. "Wer sich für die massiven Herausforderungen des 21. Jahrhunderts schlagkräftig aufstellen und sicherheits- und wirtschaftsgeleitete Außenpolitik gestalten will, muss noch klarer und mutiger eigene Prioritäten setzen", schrieben die Staatssekretäre. Das Handeln des Auswärtigen Dienstes solle konsequent auf die außen- und sicherheitspolitischen Interessen und Ziele Deutschlands und Europas ausgerichtet werden. Das Auswärtige Amt hat knapp 3.100 Mitarbeiter in der Zentrale sowie gut 3.200 in den rund 230 deutschen Auslandsvertretungen. Hinzu kommen fast 5.600 lokal Beschäftigte. Die angestoßene Umstrukturierung sei auch die Grundlage für die vorgegebene Einsparung von acht Prozent der Stellen, schrieben von Geyr und Kotsch. Diese werde "zum Wegfall einer erheblichen Anzahl von Dienstposten führen". Neu zugeschnittene Länderabteilungen In der Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin werden die Kompetenzen, mit denen die bilateralen Beziehungen zu Ländern gestaltet werden, in regional teils neu zugeschnittenen Länderabteilungen gebündelt: Europa, Amerika, Asien/Pazifik, Naher und Mittlerer Osten/Afrika. In einer Abteilung für Sicherheitspolitik werden die sicherheitspolitischen Kernkompetenzen – von Deutschlands Rolle in Nato , EU und OSZE über Abrüstung und Rüstungsexportkontrolle bis zu Cybersicherheit – zusammengefasst. In einer Abteilung für EU-Politik und Geoökonomie werden Europa-, Außenwirtschafts-, Energie- und Klimapolitik vernetzt. In die Abteilung für Internationale Ordnung wird zusätzlich zu Aufgaben im Bereich Vereinte Nationen und Menschenrechte die humanitäre Hilfe integriert. Die neue Struktur soll bis zum allgemeinen Versetzungstermin des Auswärtigen Amts im nächsten Sommer stehen. Es handle sich um "die wohl größte Strukturreform des Auswärtigen Amts seit Jahrzehnten", schrieben von Geyr und Kotsch. Damit wolle man sich an die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte, "vor allem aber an die durchaus dramatischen aktuellen Trends anpassen". Veränderungen auf dem Kontinent und in der Welt "wirken in hohem Tempo auf uns ein. Das erforderte eine veränderte Arbeitsweise".