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26.01.2026
15:53 Uhr
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Die Ostsee wird vermehrt Ziel russischer Angriffe. Der deutsche Außenminister fordert die Anrainer zu besserer Zusammenarbeit, um hybride Attacken abzuwehren.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat angesichts wachsender Bedrohungen im Ostseeraum eine verbesserte länderübergreifende Zusammenarbeit gefordert. Der Ostseeraum werde vermehrt zum Ziel hybrider Angriffe aus Russland, etwa durch zerstörte Unterseekabel, Schiffe der Schattenflotte und Angriffe auf Offshore-Windparks, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seiner lettischen Kollegin Baiba Braže in Riga. "Da braucht es besseren Austausch zwischen uns Ostseeländern", sagte Wadephul. Vor allem müsse geklärt werden, wer für die Verteidigung in internationalen Gewässern zuständig sei. Das sei "eine große gemeinsame Aufgabe", für die "wir uns jetzt schnell an die Arbeit machen müssen", sagte der Minister. Zwei Milliarden Attacken auf deutsche IT-Systeme in einem Jahr Zahlreiche Schiffe der Schattenflotte und deren Verantwortliche würden zwar bereits von EU-Seite gelistet, doch "wir wollen auch gegen Schiffe vorgehen, deren Flaggenstatus unklar ist", sagte Wadephul. Russland umgehe mit ihnen nicht nur EU-Sanktionen, sondern bedrohe auch direkt die Ostseeanrainer. Häufig handele es sich um veraltete Tanker, die im Falle einer Havarie eine massive ökologische Bedrohung darstellten. Wadephul fordert, das Seerecht auszuschöpfen und weiterzuentwickeln, um diese Schiffe zu stoppen. Mit Blick auf die wachsende Zahl hybrider Angriffe an Land forderte Wadephul die deutsche Gesellschaft auf, ihre Widerstandsfähigkeit auszubauen. In einem Jahr habe die Bundesrepublik "zwei Milliarden Attacken auf IT-Systeme " erlebt. Darum müssten alle vorsichtiger werden. "Natürlich wird Russland weiter versuchen, uns zu destabilisieren ", sagte Wadephul. Es brauche Aufmerksamkeit und ein aktives Mitmachen der gesamten Bevölkerung, um dieser Bedrohung zu begegnen. Merz: Auch Sicherheit in der Nordsee wichtig Nicht nur die Ostsee, sondern auch die Sicherheit der Nordsee ist laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ein hochaktuelles Thema. "Das Thema Sicherheit im Norden wird uns begleiten auf dieser Konferenz", sagte Merz beim sogenannten Nordseegipfel in Hamburg. Zwar beschäftige dies Deutschland, die EU und die Nato schon seit Jahren, doch in den vergangenen Wochen habe es "eine besondere Aktualität bekommen". In den vergangenen Wochen hatte US-Präsident Donald Trump die europäischen Länder und insbesondere Dänemark wiederholt bedroht, indem er eine US-Übernahme von Grönland forderte . Die Spannungen wurden inzwischen etwas entschärft. Die Ostsee ist seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor fast vier Jahren immer wieder Schauplatz von Attacken auf wichtige Telekommunikations- und Stromkabel . Fachleute gehen davon aus, dass es sich um hybride Angriffe im Auftrag Russlands handelt.