|
11.02.2026
13:25 Uhr
|

In der Gesamtbewertung der 24 meistgewählten Ausbildungsberufe haben angehende Bankkaufleute in Nordrhein-Westfalen die höchste Zufriedenheit und die besten Ausbildungsbedingungen. Das geht aus dem Ausbildungsreport 2025 des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für NRW hervor. Die schlechtesten Bewertungen vergaben die rund 2.500 befragten Azubis hingegen in den Ausbildungsberufen Koch, Automobilkaufmann, Zahnmedizinische Fachangestellte, Hotelfachmann, Elektroniker, Kfz-Mechatroniker, Verkäufer und ganz am Ende der Skala Anlagenmechaniker. In die Gesamtbewertung flossen nach Angaben des DGB NRW vier Kategorien ein: die fachliche Qualität der Ausbildung, deren persönliche Bewertung, Ausbildungszeiten und Überstunden sowie die Vergütung. Allein nach der persönlichen Zufriedenheit befragt, hoben 100 Prozent aller angehenden Bankkaufleute den Daumen. Bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten waren es nur knapp 60 Prozent - der niedrigste Wert in dieser Kategorie. Die gute Nachricht: Gut zwei Drittel aller Befragten äußerten sich über ihre Ausbildung insgesamt zufrieden oder sehr zufrieden. Wenn Arbeitszeit, Geld und Ton nicht stimmen, kommt keiner Wer seine Azubis schlecht behandle, wenig zahle, viel Überstunden verlange und noch dazu einen rauen Umgangston pflege, müsse sich nicht wundern, wenn niemand bei ihm lernen wolle, hielt DGB-Landeschef Thorben Albrecht uneinsichtigen Arbeitgebern vor. "Es sind seit Jahren praktisch dieselben Branchen, die in unserer Befragung schlecht abschneiden", stellte der Abteilungsleiter Jugend beim DGB NRW, Andreas Jansen, fest. Der Ausbildungsreport wird seit 2009 jährlich von der DGB-Jugend herausgegeben. Der DGB fordert mehr Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Dies könne etwa erreicht werden, wenn alle Unternehmen in einen gemeinsamen Topf einzahlen, um Ausbildung zu finanzieren und die Kosten dafür gerechter zu verteilen. Derzeit bildet nach Angaben des DGB nur jedes fünfte Unternehmen in NRW aus. Angesichts hoher Mieten vor allem in den Großstädten seien darüber hinaus Azubi-Wohnheime und ein bundesweit gültiges, vergünstigtes Azubi-Ticket nötig, unterstrich Albrecht. © dpa-infocom, dpa:260211-930-672239/1