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27.02.2026
06:55 Uhr
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Der US-Vizepräsident spricht über Militärschläge als Option, um das iranische Atomprogramm zu stoppen. Ob es zu weiteren Verhandlungen kommt, ist ungewiss.

US-Vizepräsident JD Vance rechnet nicht damit, dass mögliche US-Angriffe auf den Iran sein Land in einen jahrelangen Krieg im Nahen Osten verwickeln könnten. In einem Interview mit der Washington Post sagte Vance, er wisse nicht, wie sich Präsident Donald Trump mit Blick auf den Iran entscheiden werde. Als Optionen beschrieb er sowohl Militärschläge, "um sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffe bekommt", als auch eine diplomatische Lösung. "Die Vorstellung, dass wir jahrelang und ohne absehbares Ende in einem Krieg im Nahen Osten sein werden – das wird auf keinen Fall passieren", sagte Vance der Zeitung. Vance verwies demnach auf die begrenzten US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im vergangenen Jahr sowie auf den Militäreinsatz in Venezuela im Januar, die "sehr klar definiert" gewesen seien. Weitere Verhandlungen angekündigt Am Donnerstag hatte in Genf eine dritte indirekte Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran stattgefunden, allerdings ohne Durchbruch. Die Spannungen zwischen beiden Ländern sind hoch. Die iranische Führung kündigte weitere Gespräche in der kommenden Woche an. Ab Montag seien in Wien, wo die Zentrale der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) sitzt, "technische Gespräche" geplant, sagte Außenminister Abbas Araghtschi. Über die jüngsten Verhandlungen sagte er, es sei die bislang "beste und ernsthafteste Runde" gewesen. Auch der Außenminister des Oman, Badr al-Bussaidi, der zwischen beiden Seiten vermittelt, hatte weitere Gespräche angekündigt. Zudem werde er am Freitag mit US-Vizepräsident JD Vance und anderen US-Vertretern zusammenkommen, berichtete der US-Sender MS Now. Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die iranische Führung Atomwaffen entwickelt. Die iranische Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert sie die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Am Mittwoch übermittelte der Iran einen ersten Entwurf für ein neues Abkommen . Trump über militärische Optionen informiert Ob es jedoch tatsächlich zu einer weiteren Verhandlungsrunde beider Seiten kommen wird, ist unklar. Trump hatte der iranischen Führung vor einer Woche ein Ultimatum bis Anfang März gestellt. Derweil berichteten mehrere US-Medien, dass Admiral Brad Cooper, Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten, Trump am Donnerstag über militärische Optionen unterrichtet haben soll. Auch US-Generalstabschef Dan Caine soll an dem Treffen teilgenommen haben. Das US-Militär hat inzwischen eine umfangreiche Streitmacht mit zwei Flugzeugträgern, weiteren Kriegsschiffen, Militärflugzeugen, zahlreichen Kampfjets sowie Flugabwehr in den Nahen Osten verlegt. Darunter sind auch Maschinen zur Luftbetankung, wie sie bei intensiven Bombardierungen über große Distanzen benötigt werden. US-Medien zufolge ist es der größte Aufmarsch von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irakkrieg.