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06.02.2026
02:36 Uhr
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Steve Witkoff und Jared Kushner reisen in den Oman, um dort neue Verhandlungen mit dem Iran aufzunehmen. Im Fokus steht das umstrittene iranische Atomprogramm.

Die USA wollen an diesem Freitag im Golfstaat Oman neue Verhandlungen mit dem Iran aufnehmen. Für die Vereinigten Staaten nehmen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, an den Gesprächen teil, wie eine hochrangige US-Regierungsbeamtin der Nachrichtenagentur dpa sagte. Unklar bleibt die Tagesordnung. Der Iran möchte sich Außenminister Abbas Araghtschi zufolge auf das iranische Atomprogramm und eine mögliche Lockerung von Sanktionen beschränken. Die USA drängen hingegen darauf, dass auch das Raketenprogramm des Iran sowie die Unterstützung von iranischen Verbündeten wie der Hamas im Gazastreifen, der Hisbollah-Miliz im Libanon und der Huthi im Jemen Themen sein müssten. Araghtschi zufolge sollen die Gespräche für Freitag um 10 Uhr (Ortszeit) in der omanischen Hauptstadt Maskat beginnen . Eine offizielle Bestätigung des Treffens aus den USA hatte zunächst auf sich warten lassen. Ursprünglich sollten die Gespräche in der Türkei stattfinden , auf Wunsch des Iran wurde das Treffen dann in den Oman verlegt. Außerdem sollten eigentlich Vertreter mehrerer arabischer und muslimischer Staaten als Beobachter teilnehmen. Der Iran will aber nur bilateral mit den USA verhandeln. Eskalation befürchtet Das israelische Sicherheitskabinett versammelte sich unterdessen zu dringenden Beratungen. Das Thema Iran stehe dabei im Fokus, sagte ein israelischer Repräsentant. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, die ursprünglich für Sonntag geplante Sitzung sei wegen der anstehenden Gespräche vorverlegt worden. Die Gespräche gelten als heikel, die Sorge vor einem neuen Krieg war zuletzt wieder gewachsen. US-Präsident Donald Trump hatte dem iranischen Regime zuletzt mit militärischem Eingreifen gedroht , auch wegen ihres brutalen Vorgehens gegen die jüngsten Massenproteste . Zudem hat das US-Militär seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und dessen Begleitschiffen. Trump hatte angekündigt, sein weiteres Vorgehen vom Ausgang der Gespräche mit dem Iran abhängig zu machen. "Wir führen Gespräche mit dem Iran, mal sehen, wie sich alles entwickelt", sagte er. US-Finanzminister Scott Bessent sagte, die US-Regierung habe gesehen, wie die iranische Führung "wie verrückt Geld außer Landes" schaffe. "Die Ratten verlassen also das sinkende Schiff", sagte er vor einem Senatsausschuss. Bessent wertete dies als "gutes Zeichen", dass der Iran wisse, dass das Ende nahen könnte. Regisseur Panahi fürchtet Opferung des iranischen Volkes Der preisgekrönte iranische Filmemacher Jafar Panahi äußerte unterdessen die Sorge, die Interessen des iranischen Volkes könnten bei den Gesprächen im Oman geopfert werden. "Das Volk hat in diesen Verhandlungen keinen Vertreter, und seine Interessen werden nie berücksichtigt", sagte Panahi in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Paris. Das iranische Volk könne "leicht" geopfert werden. Panahi, der im Januar seine Unterstützung für die Proteste gegen die iranische Regierung ausgesprochen hatte, blickte ohne Zuversicht auf die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran. "Was auch immer bei diesen Verhandlungen geschieht, es wird nicht zum Vorteil des Volkes sein", sagte er. Der 65-jährige Panahi war im Dezember vergangenen Jahres in Abwesenheit wegen "Propagandaaktivitäten" gegen den Iran zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Er wurde zudem mit einem zweijährigen Reiseverbot belegt. Panahi sagte jedoch, er plane, in den Iran zurückzukehren. "Es ist meine Heimat und ich werde in mein Land zurückkehren", sagte er.