Zeit 04.03.2026
07:42 Uhr

Atommüllendlager: Bundesumweltministerium streicht zeitliches Ziel für Atommüllendlager


Die Suche nach einem Standort für hoch radioaktive Abfälle wird fristlos verlängert. Das bisherige Zieljahr 2031 ist laut einem Ministeriumspapier nicht realistisch.

Atommüllendlager: Bundesumweltministerium streicht zeitliches Ziel für Atommüllendlager
Das Bundesumweltministerium nennt kein zeitliches Ziel mehr für die Entscheidung über das geplante Atommüllendlager . Das geht aus einem Referentenentwurf hervor, aus dem der Deutschlandfunk zitiert. Darin ist das ursprüngliche Zieljahr 2031 ersatzlos gestrichen. Dieses habe sich als nicht realistisch erwiesen. Eine gesetzliche Frist sei nicht mit den Anforderungen an das Auswahlverfahren für den bestmöglichen Standort vereinbar. Bereits vor zwei Jahren war bekannt geworden, dass die Suche nach einem Standort bis in die 2070er-Jahre andauern könnte . Dies hatte ein Gutachten im Auftrag des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung ergeben. Das Bundesumweltministerium hatte daraufhin eigentlich Maßnahmen zur Beschleunigung des Verfahrens angekündigt. Vorlage eines Gesetzentwurfs angekündigt Noch im November hatte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) gesagt, den Entscheidungsprozess bei der Suche nach einem Standort für ein Atommüllendlager beschleunigen zu wollen . Ihm sei wichtig, bei der Suche "ab 2027 deutlich schneller voranzukommen", sagte Schneider damals. Für Anfang 2026 kündigte er die Vorlage eines entsprechenden Gesetzentwurfs an. An diesem Nachmittag findet eine Regierungsbefragung im Bundestag statt, bei der sich Schneider gemeinsam mit Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien (CDU) den Fragen der Abgeordneten stellt. Salzstock in Gorleben als Endlager ausgeschlossen Das Auswahlverfahren für den Beschluss des Atommüllendlagers hatten Bundestag und Bundesrat 2017 mit großer Mehrheit beschlossen. Es ist jedoch so komplex, dass es nach derzeitigem Stand erst 2074 zu einem Ergebnis führen wird. Die zur Auswahl stehenden Gebiete sind über acht Bundesländer verteilt und auf einer Deutschlandkarte im BGE-Navigator grob markiert. Als geeignet gelten demnach Granitvorkommen im Bayerischen Wald, im Harz, in Sachsen, Baden-Württemberg und Hessen. Ebenfalls als geeignet hat die BGE Gebiete mit Tongestein in Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen eingestuft sowie Salzgesteinsvorkommen in Sachsen-Anhalt und dem Thüringer Becken. In dem künftigen Endlager sollen die 27.000 Kubikmeter hoch radioaktiver Überreste aus 60 Jahren deutscher Atomstromerzeugung für eine Million Jahre sicher deponiert werden. In den bisherigen Zwischenberichten wurde rund die Hälfte der Landesfläche untersucht und als ungeeignet ausgeschlossen – darunter schon 2020 der lange als Endlager favorisierte Salzstock in Gorleben.