Zeit 02.12.2025
13:14 Uhr

Asylpolitik: Zahl neuer Asylanträge im November um die Hälfte gesunken


Im November haben rund 8.300 Menschen einen Asylerstantrag in Deutschland gestellt. Damit hat sich deren Zahl gegenüber dem Vorjahresmonat fast halbiert.

Asylpolitik: Zahl neuer Asylanträge im November um die Hälfte gesunken
Im November ist die Zahl der Asylerstanträge im Vergleich zum Vorjahresmonat um die Hälfte zurückgegangen. Wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mitteilte, wurden im vergangenen Monat 8.311 solcher Anträge registriert. Im November des vergangenen Jahres waren es rund 16.100 Anträge. Verglichen mit November 2023 beträgt der Rückgang demnach sogar rund 75 Prozent. Damals wurden etwa 35.300 Anträge gestellt. Seit Monaten liegt die Zahl der Erstanträge jeweils unterhalb der Schwelle von 10.000. In diesem Jahr stellten bis November insgesamt 105.500 Menschen einen Asylantrag. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt rund 230.000 Menschen. Regierung plant DNA-Test zur Vaterschaftsanerkennung Aus Sicht des Ministers zeigt die Wende in der Migrationspolitik Wirkung. "Strengere Grenzkontrollen, stärkere Rückführungen und das Streichen von Pullfaktoren greifen spürbar", sagte Dobrindt. Diesen konsequenten Kurs werde die Bundesregierung weitergehen. So sei ein neues Gesetz geplant, um gegen missbräuchliche Vaterschaftsanerkennungen vorzugehen. Mittels DNA-Tests soll künftig geprüft werden, ob eine Vaterschaft möglicherweise falsch angegeben wurde, um ein Aufenthaltsrecht zu erlangen. Nach dem Regierungswechsel im Mai hatte Dobrindt die Grenzkontrollen ausgeweitet und verschärft. Zudem werden auch Asylsuchende an der Grenze zurückgewiesen. Die Grenzzurückweisungen sind nach einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts rechtswidrig. Trotz der gerichtlichen Entscheidung hält Dobrindt an dem Vorgehen fest. Bis Oktober wurden so knapp 19.000 Menschen zurückgewiesen oder abgeschoben. Dobrindt will nach Syrien abschieben Zum Rückgang der Antragszahlen dürfte unter anderem die veränderte Lage in Syrien beigetragen haben. Nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad Ende vergangenen Jahres verbesserte sich die Sicherheitslage in dem Land, sie gilt aber noch immer als angespannt. Zuletzt hatte Außenminister Johann Wadephul (CDU) angesichts der Situation vor Ort jedoch bezweifelt, dass syrische Geflüchtete in ihre Heimat zurückkehren können . Unterdessen kündigte Dobrindt an, demnächst wieder Menschen nach Syrien abschieben zu lassen, zunächst Straftäter und Gefährder. Syrer gehörten in den vergangenen Jahren zur Gruppe derjenigen mit den höchsten Antragszahlen auf Asyl in Deutschland.