Zeit 10.02.2026
14:37 Uhr

Asylanträge: EU-Parlament beschließt europaweite Liste sicherer Herkunftsstaaten


Das EU-Parlament hat endgültig strengere Asylregeln gebilligt. Asylanträge aus Kosovo, Tunesien und anderer Staaten sollen EU-weit schneller geprüft werden.

Asylanträge: EU-Parlament beschließt europaweite Liste sicherer Herkunftsstaaten
Das Europaparlament hat mehrheitlich für die Einführung einer EU-weiten Liste sogenannter sicherer Herkunftsstaaten gestimmt. Asylanträge von Staatsangehörigen der Länder Kosovo, Bangladesch, Kolumbien, Ägypten, Indien, Marokko und Tunesien sollen damit künftig beschleunigt geprüft werden. Zudem sollen EU-Beitrittskandidaten grundsätzlich auch als sichere Herkunftsstaaten gelten, sofern dort kein Krieg herrscht oder gravierende Menschenrechtsverletzungen vorliegen. Die Einstufung als sicherer Herkunftsstaat hat zur Folge, dass Asylverfahren verkürzt werden und die Beweislast stärker bei den Antragstellenden liegt. Zudem ist der Zugang zum Arbeitsmarkt häufig eingeschränkt. Kritik an dem Parlamentsbeschluss kam von verschiedenen Manschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl und SOS Humanity. Sie riefen die Mitglieder des Europäischen Parlaments im Vorfeld auf, die vorgeschlagene EU-weite Liste abzulehnen. Die Einstufung Tunesiens als sicheres Herkunftsland stehe in starkem Widerspruch zur Menschenrechtslage vor Ort und untergrabe das Recht auf Asyl. Auch der Grünen-Europaabgeordneten Erik Marquardt kritisierte den Schritt. Die Regelung werde Abschiebungen nicht erleichtern, da diese auch ohne eine solche Einstufung möglich seien, teilte Marquardt mit. Stattdessen führe sie vor allem dazu, dass Asylsuchende aus diesen Ländern weniger Rechte hätten, etwa beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Dies sei integrationspolitisch problematisch.