Zeit 28.11.2025
15:28 Uhr

Artenschutzkonferenz: Haie und Rochen bekommen weltweit mehr Schutz


Durch Fischerei und Flossenhandel waren einige fast ausgestorben. Jetzt schränkt die Weltartenschutzkonferenz Cites den Handel mit mehr als 70 Hai- und Rochenarten ein.

Artenschutzkonferenz: Haie und Rochen bekommen weltweit mehr Schutz
Sie zählen zu den gefährdetsten Meerestieren der Welt: Um die 100 Millionen Haie sterben jedes Jahr durch Menschen – gefischt für ihre Flossen, als Beifang oder an den Folgen der Meeresverschmutzung. Auch Rochen sind bedroht. Die Mitgliedstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, kurz Cites, haben auf ihrer Konferenz in Usbekistan nun einen strengeren Schutz für Haie und Rochen beschlossen. Das Cites-Übereinkommen regelt den Handel mit Wildtieren und Tierprodukten wie Fleisch, Leder, Elfenbein, Horn oder eben Flossen von Haien: Mehr als 70 Hai- und Rochenarten sollen dem Beschluss der Cites-Konferenz zufolge bald nicht mehr oder nur noch eingeschränkt gehandelt werden dürfen. Die Beschlüsse müssen zum Ende der Konferenz im usbekischen Samarkand am 5. Dezember noch im Plenum bestätigt werden. Künftig untersagt wird der Handel mit Walhaien, den größten Fischen der Welt , sowie Manta- und Teufelsrochen. Sie werden in Anhang I des Abkommens aufgenommen – die strengste Schutzkategorie. Beschränkt werden soll zudem der Handel mit weiteren Haiarten. Glatthaie, Hundshaie und Schlingerhaie zum Beispiel sollen nur noch verkauft werden dürfen, wenn der Handel als nachhaltig gelten kann. Auch für bestimmte Geigenrochen wurden bestehende Handelsbeschränkungen mit einer Nullexport-Quote von aus der Wildnis gefangenen Tieren verschärft. "Historischer Wendepunkt für Haie" "Dieser Beschluss ist ein historischer Wendepunkt für den Schutz von Haien und Rochen – und ein Sieg für den Meeresschutz", sagte Andreas Dinkelmeyer vom Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW). Auch die Umweltstiftung WWF sprach von einem "historischen Kurswechsel". Am Donnerstag war bereits ein Handelsverbot für den vom Aussterben bedrohten Weißspitzen-Hochseehai beschlossen worden. Damit erhöhten die Konferenzteilnehmer den Schutzstatus des Tieres. Zuvor war der Weißspitzen-Hochseehai bereits in Anhang II gelistet, sodass strikte Handelsbeschränkungen für ihn galten. Nun wurde er in Anhang I hochgestuft, was ein Verbot von jeglichem kommerziellen internationalen Handel bedeutet. Haie zählen zu den am stärksten gefährdeten Meerestieren der Welt. Ein Drittel der knapp 540 bekannten Haiarten wird auf der internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion als akut vom Aussterben bedroht, als stark gefährdet oder als gefährdet eingestuft. Seit Montag beraten Fachleute, NGOs und die Unterzeichnerstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens in Samarkand. Die Cites-Konvention hat zum Ziel, den internationalen Handel mit wild lebenden Arten so zu begrenzen, dass das Überleben gefährdeter Arten gesichert ist. Auf der Agenda steht auch mehr Schutz für Aale. Strittig ist, ob der Handel mit Elfenbein oder dem Horn von Nashörnern in einigen Staaten gelockert werden könnte.