Zeit 27.11.2025
15:39 Uhr

Artemis: Esa bestätigt deutsche Teilnahme an geplanter Mondmission


Die Nasa plant die bemannte Rückkehr zum Mond unter Beteiligung internationaler Partner. Auch die Esa wird Astronauten für Mondflüge stellen, darunter einen Deutschen.

Artemis: Esa bestätigt deutsche Teilnahme an geplanter Mondmission
Der Chef der europäischen Raumfahrtbehörde Esa hat bestätigt, dass ein deutscher Astronaut an der geplanten Nasa-Mondmission des Artemis-Programms beteiligt sein soll. "Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, Esa-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden", sagte Esa-Chef Josef Aschbacher am Rande der Esa-Ministerratskonferenz in Bremen. Dabei sei zuerst Deutschland an der Reihe. Bisher war nur bekannt, dass im Rahmen des Artemis-Programms drei Europäer mit zum Mond fliegen dürfen. Dass es sich dabei um Astronauten der drei größten Beitragszahler Deutschland, Frankreich und Italien handeln würde, galt als wahrscheinlich. Unklar war, in welcher Reihenfolge die drei Nationen ihre Raumfahrer zum Mond schicken dürfen. Nun ist klar: Ein Deutscher soll als erster Europäer zum Erdtrabanten fliegen. Infrage kommen die beiden deutschen Astronauten Alexander Gerst oder Matthias Maurer. Sie werden nach den aktuellen Plänen für das Artemis-Programm jedoch sicher nicht auf dem Mond landen, sondern nur eine Raumstation im Orbit besuchen. Ob es diese Lunar Gateway genannte Station wirklich geben wird, ist bislang jedoch noch offen. Ebenso ist unklar, wann die Mission mit einem Deutschen an Bord stattfinden könnte. Flug frühestens 2029 Als nächste Etappe des Artemis-Programms ist die Mission Artemis 2 geplant. Mit ihr sollen drei US-Amerikaner und ein Kanadier im April 2026 um den Mond fliegen, jedoch ohne Landung wieder zur Erde zurückkehren. Mit Artemis 3 ist dann im Jahr 2028 die eigentliche Mondlandung geplant, bei der zwei Nasa-Astronauten die Mondoberfläche betreten sollen, während ein US-Kollege und ein japanischer Astronaut im Orbit auf ihre Rückkehr warten. Der früheste Flug für einen Deutschen wäre demnach mit der Mission Artemis IV, die jedoch nach aktuellem Plan frühestens 2029 oder 2030 stattfinden könnte. Deutschland erhöht Beitrag an Esa Während der Ministerratskonferenz wurde zudem beschlossen, dass die Raumfahrtbehörde Esa künftig mehr Geld bekommt. Das kommende Drei-Jahres-Budget der europäischen Raumfahrtbehörde beträgt knapp 22,1 Milliarden Euro. Esa-Chef Josef Aschbacher nannte das Ergebnis "ziemlich herausragend". Bundesraumfahrtministerin Dorothee Bär (CDU) sagte, Deutschland sei erneut stärkster Esa-Beitragszahler. Der Beitrag steige um 30 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro beziehungsweise inflationsbereinigt auf rund 5,1 Milliarden Euro. "Gerade bei der angespannten Haushaltslage ist es noch mal ein ganz klares Signal, was hier von der gesamten Bundesregierung ausgeht: Raumfahrt ist eine Investition in unsere Zukunft", sagte die Ministerin. Die 23 Mitgliedstaaten der Esa hatten sich zwei Tage lang in Bremen getroffen, um über das künftige Budget der Esa und die Prioritäten in Europas Raumfahrt zu diskutieren. Bremen ist neben Bayern und Baden-Württemberg einer der bedeutendsten Raumfahrtstandorte in Deutschland.