|
03.02.2026
09:14 Uhr
|
In Deutschland gelten mehr Menschen als armutsgefährdet. Besonders betroffen sind laut dem Statistischen Bundesamt Alleinlebende und Alleinerziehende.

Der Anteil der armutsgefährdeten Menschen in Deutschland nimmt zu. Rund 13,3 Millionen hatten im Jahr 2024 ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das entsprach 16,1 Prozent der Bevölkerung. Ein Jahr zuvor hatte die Armutsgefährdungsquote noch bei 15,5 Prozent gelegen. Um das Einkommen vollständig zu erfassen, wird das Jahreseinkommen erfragt. Daher beziehen sich die Fragen zum Einkommen auf das Vorjahr der Erhebung, also auf das Jahr 2024. Als armutsgefährdet gilt nach EU-Definition, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung hat. In Deutschland lag diese Einkommensgrenze für Alleinlebende im vergangenen Jahr bei 1.446 Euro netto im Monat. Im Jahr 2024 waren es 1.381 Euro gewesen. Für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren lag die Grenze bei 3.036 Euro monatlich. Mehr als 20 Prozent von Armut bedroht Den Statistikern zufolge sind Alleinlebende und Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten besonders häufig betroffen. Ihre Armutsgefährdungsquoten lagen den Angaben zufolge bei 30,9 beziehungsweise 28,7 Prozent. Die höchste Quote wiesen mit 64,9 Prozent Arbeitslose auf. Überdurchschnittlich gefährdet waren zudem andere Nichterwerbstätige mit 33,8 Prozent sowie Rentner und Pensionäre mit 19,1 Prozent. Rund 21,2 Prozent der Bevölkerung waren darüber hinaus von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wie die Statistiker mitteilten. Dieser Wert blieb nahezu unverändert. Er schließt neben der reinen Einkommensarmut auch Kriterien wie erhebliche materielle Entbehrungen oder eine sehr geringe Erwerbsbeteiligung im Haushalt mit ein.