Zeit 12.02.2026
18:38 Uhr

Ariane 6: Europäische Rakete Ariane 6 bringt Amazon-Satelliten ins All


Die Trägerrakete Ariane 6 ist erstmals mit vier Booster-Triebwerken gestartet. Der Flug erfolgte in Auftrag vom Amazon und bringt Internetsatelliten in den Weltraum.

Ariane 6: Europäische Rakete Ariane 6 bringt Amazon-Satelliten ins All
Vom europäischen Raumfahrtzentrum Kourou in Französisch-Guayana ist die europäische Rakete Ariane 6 erfolgreich ins All gestartet. Die Trägerrakete flog erstmals mit vier Booster-Triebwerken, bei den bisherigen Flügen wurden zwei Booster eingesetzt. Durch den zusätzlichen Antrieb kann die Rakete bis zu 20 Tonnen ins All transportieren, rund doppelt so viel wie zuvor. An Bord der Rakete befinden sich 32 Satelliten des US-Konzerns Amazon, die für das Internetnetzwerk Amazon Leo gedacht sind. Diese soll die Rakete in etwa 465 Kilometer Höhe ausliefern. Durch die Möglichkeit, die Oberstufe wiederholt zu zünden, kann die Ariane 6 Satelliten in verschiedenen Positionen und Umlaufbahnen platzieren. Amazon verspricht, mit dem Netzwerk weltweit schnelle Internetverbindungen zu ermöglichen, auch in abgelegenen Gegenden. Leo umfasst derzeit etwa 175 Satelliten, deutlich weniger als der Konkurrent Starlink von Multimilliardär Elon Musk, der bereits 9.400 Satelliten im All hat. Ab 2029 soll Ariane EU-gefördertes Satellitennetz aufbauen Nach Angaben des Chefs von Arianespace, David Cavaillolès, sind die Einsätze für das US-Unternehmen eine Art Training für das von der EU geförderte Satellitennetz Iris2, das von 2029 an aufgebaut werden soll. Die Ariane 6 ist das Nachfolgemodell der Ariane 5, die von 1996 bis 2023 im Einsatz war. Sie hob erstmals im Sommer 2024 ab , mit vier Jahren Verspätung. Mit dieser Trägerrakete will Europa in der Raumfahrt unabhängiger von den USA und Russland werden. Sie wurde jedoch im Unterschied zur Falcon 9 von Musks Firma SpaceX nicht als wiederverwendbares Modell konzipiert, weil dies ihre Inbetriebnahme noch weiter verzögert hätte. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist die in Bremen entwickelte und gebaute Oberstufe der Ariane 6 aber so konzipiert, dass sie nach dem Einsatz verglüht und keinen Weltraumschrott zurücklässt.