Zeit 12.01.2026
03:21 Uhr

Argentinien: Patagonien kämpft gegen schwere Waldbrände


Tausende Touristen im Süden Argentiniens mussten vor Feuern fliehen. Die Regierung vermutet Brandstiftung durch Indigene, die um eine Rückgabe ihrer Gebiete kämpfen.

Argentinien: Patagonien kämpft gegen schwere Waldbrände
Im Süden Argentiniens sind schwere Waldbrände ausgebrochen. Die Behörden mussten Tausende Touristen in Sicherheit bringen. Die Feuer wüten in der Region Patagonien, in der zurzeit eine große Dürre herrscht. Die Regierung vermutet Brandstiftungen durch radikale Gruppen. Hohe Temperaturen und starke Winde erschweren die Löscharbeiten. Mindestens zehn Häuser seien zudem durch die Flammen zerstört worden. Brände weiten sich "exponentiell" aus Besonders hart hat es die Provinz Chubut in Patagonien getroffen, in der die Brände vor rund einer Woche ausgebrochen waren. Gouverneur Ignacio Torres sprach im Radiosender Radio Mitre von einer der schwersten Umweltkrisen des Gebiets. Jeder Brandherd wachse exponentiell und sei nur sehr schwer zu kontrollieren. Neben den Bränden erlebe die Region derzeit auch "die größte Dürre seit 1965", sagte Torres. Er rief dazu auf, "nie wieder die Folgen des Klimawandels herunterzuspielen". Die Brände gefährdeten laut Feuerwehr ein Kraftwerk, eine Schule und ländliche Anwesen. Rund 15.000 Hektar sind in den vergangenen Tagen laut Behörden von den Flammen zerstört worden – eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Bayern. Laut Behörden sind mehr als 500 Feuerwehrleute, Polizisten und Hilfskräfte sowie 15 Flugzeuge und Löschfahrzeuge im Einsatz. Auch das argentinische Militär unterstütze logistisch. Ein Feuerwehrmann wurde mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus eingeliefert, berichteten argentinische Medien unter Berufung auf Gesundheitsbehörden. Auch in der patagonischen Provinz Neuquén wüten Waldbrände. Die Provinzen Santa Cruz und Río Negro teilten mit, ihre Brände seien eingedämmt, doch es gelte weiterhin der Notstand. In einigen Teilen der Region hat sich die Lage nach einsetzendem Regen etwas entspannt. Regierung beschuldigt radikale indigene Gruppen Die argentinische Regierung geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Brände vorsätzlich gelegt worden sind. Demnach legten Hinweise nahe, dass radikale Gruppen aus dem Umfeld des indigenen Volks der Mapuche für die Brandstiftungen verantwortlich sein könnten. "Die Schufte, die das Feuer gelegt haben, werden im Gefängnis enden", sagte Gouverneur Torres. Er kündigte eine Belohnung von 50 Millionen Pesos (rund 29.000 Euro) für Hinweise zu den Vorfällen an. Radikale Mapuche-Gruppen kämpfen im Süden Argentiniens und Chiles seit Jahrzehnten für die Rückgabe ihrer Gebiete. Sie verüben immer wieder Brandanschläge, besetzen Ländereien und liefern sich Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Historisch leisteten die Mapuche den spanischen Eroberern besonders lange Widerstand und verfügten bis ins 19. Jahrhundert hinein über ein eigenes Territorium.