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30.01.2026
18:05 Uhr
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Seit Dezember 2025 brennen riesige Waldflächen in Argentinien. Präsident Javier Milei hat den nationalen Brandnotstand ausgerufen.

Der argentinische Präsident Javier Milei hat wegen anhaltender Waldbrände in der Region Patagonien den Brandnotstand ausgerufen. Medienberichten zufolge sind seit Beginn des argentinischen Sommers Ende 2025 mehr als 200.000 Hektar verbrannt. Der Notstand gilt für vier Provinzen im Süden Argentiniens : Chubut, La Pampa, Neuquén und Río Negro. Die argentinischen Behörden gehen davon aus, dass mindestens einige der Feuer vorsätzlich gelegt worden seien. Der Feuernotstand soll zusätzliche finanzielle Mittel bereitstellen, um eine bessere Koordinierung der Brandbekämpfung und die Bereitstellung von Soforthilfen zu ermöglichen. Hohe Temperaturen und starke Winde erschweren derzeit die Löscharbeiten. Die Provinz Chubut erlebt zudem örtlichen Behörden zufolge die größte Dürre seit 1965. In Chubut seien die Brände die schlimmsten seit zwei Jahrzehnten, sagte der EU-Klimadienst Copernicus. Allein im Nationalpark Los Alerces mit seinen uralten Alerce-Bäumen und kristallklaren Seen bekämpfen derzeit rund 250 Feuerwehrleute Waldbrände auf einer Fläche von rund 10.000 Hektar, hieß es von der nationalen Katastrophenschutzbehörde AFE. Der Park wurde 2017 in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen. Milei reagiert mit dem Dekret zum Feuernotstand auch auf Kritik , dass er zu lange untätig gewesen sei. Zuvor hatte die argentinische Regierung militante Gruppen der indigenen Mapuche für die Waldbrände verantwortlich gemacht, ohne dafür Beweise zu liefern. In einer gemeinsamen Erklärung warfen Umweltorganisationen, darunter Greenpeace, der Regierung Rassismus und Untätigkeit bei der Bekämpfung der Waldbrände vor.