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19.02.2026
17:05 Uhr
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In Argentinien bestreiken Gewerkschaften landesweit den öffentlichen Dienst. Die Arbeitsniederlegungen richten sich gegen eine angestrebte Reform des Arbeitsrechts.

In Argentinien haben die größten Gewerkschaften aus Protest gegen die Reformierung des Arbeitsrechts zu einem landesweiten Streik aufgerufen. Banken und öffentliche Schulen blieben an diesem Donnerstag geschlossen. Busse und U-Bahnen standen still, Fluggesellschaften sagten Hunderte Verbindungen ab, und öffentliche Krankenhäuser beschränkten sich auf die Versorgung von Notfällen. Die Arbeitsniederlegungen verschärfen den Machtkampf zwischen dem libertären Präsidenten Javier Milei und den mächtigen Gewerkschaften des südamerikanischen Landes. Gewerkschaften kritisieren mangelnden Arbeitnehmerschutz Der argentinische Senat hatte der Reform in der vergangenen Woche zugestimmt. An diesem Donnerstag sollte im Unterhaus des Parlaments über das Thema diskutiert werden. Milei hält die Reform für notwendig, um ausländische Investitionen zu fördern, die Produktivität zu steigern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Schwarzarbeit ist in Argentinien weitverbreitet. Die Gewerkschaften kritisieren, das Gesetz beschränke den Schutz von Arbeitnehmern, beispielsweise durch die Senkung traditionell hoher Abfindungen, die Einschränkung des Streikrechts, die Lockerung des Kündigungsschutzes und die Genehmigung von zwölfstündigen Arbeitstagen. Der Gewerkschaftsführer Cristian Jerónimo sagte, das Reformprojekt sei ein Rückschritt, und die einzige Priorität dabei liege auf der Einschränkung der Rechte der Arbeiter. Bereits in der Vergangenheit waren Reformversuche früherer Regierungen an dem Widerstand der Gewerkschaften gescheitert. Unter Milei verbesserten sich die Staatsfinanzen Argentiniens. In vielen Teilen der Bevölkerung wächst jedoch Unmut über die ungleiche Verteilung der wirtschaftlichen Erholung. Nach Schätzungen der Gewerkschaften sind etwa 40 Prozent der 13 Millionen registrierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Argentinien gewerkschaftlich organisiert.