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11.02.2026
16:28 Uhr
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Nach Druck von den USA zeigt die Nato mehr Präsenz in der Arktis. Die Mission Arctic Sentry soll militärische Übungen im hohen Norden koordinieren.

Die Nato hat ihre neue Mission Arctic Sentry in der Arktis gestartet. Die Mission werde "die Stärke der Nato" nutzen, um sicherzustellen, "dass die Arktis und der hohe Norden sicher bleiben", sagte der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich. Er bezeichnete die Arktis als eines der strategisch bedeutendsten und zugleich klimatisch herausforderndsten Gebiete . Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der USA, Chinas und Russlands deutlich gewachsen. Zudem lagern in der Region wertvolle Rohstoffe. Es sei das erste Mal, dass alle Aktivitäten der Nato und ihrer Mitglieder im Arktisgebiet "unter einem Kommando zusammengeführt" würden, sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Die Nato werde durch die Mission in der Lage sein, "eine größere Wirkung zu erzielen". Zudem könne so festgestellt werden, "wo es noch Lücken gibt, die wir schließen müssen". Arctic Sentry (deutsch: Wächter der Arktis) ist eine Folge aus dem Streit der USA mit der Nato. US-Präsident Donald Trump hatte gefordert, die Arktis stärker vor russischem und chinesischem Einfluss zu schützen. Trump hatte deswegen mehrfach mit einer militärischen US-Intervention in Grönland gedroht. Die Arktisinsel gehört allerdings zum Nato-Partner Dänemark, deswegen hatten die Drohungen zu einer tiefen Krise im Militärbündnis geführt . In einem Gespräch von Trump mit Nato‑Chef Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos gab es dann eine Einigung zwischen beiden Seiten – inklusive der Nato-Zusage, mehr militärische Verantwortung im hohen Norden zu übernehmen und der USA ein Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen auf der rohstoffreichen Arktisinsel zu geben. Direkt nach der Einigung begannen intern bei der Nato die Planungen für die Mission. Grönland soll besser überwacht werden Arctic Sentry soll die verstärkte Präsenz in der Region koordinieren, darunter Übungen wie Dänemarks Manöver Arctic Endurance auf Grönland oder Norwegens bevorstehende Übung Cold Response. Dadurch soll auch Grönland besser durch die Nato überwacht werden. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte bereits im Januar signalisiert, dass sich Deutschland daran beteiligen werde. Die Bundeswehr plant nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa, sich mit Eurofightern sowie Transportflugzeugen vom Typ A400M zu beteiligen. Geführt werden soll die neue Mission vom operativen Hauptquartier Norfolk im US-Bundesstaat Virginia. Dieses ist unter anderem für den Atlantik, die Arktis, Grönland, Island, Norwegen und Großbritannien sowie seit Kurzem auch für Dänemark, Schweden und Finnland zuständig. Fast gleichzeitig zum Start von Arctic Sentry gab Großbritannien bekannt, die Zahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten innerhalb von drei Jahren von aktuell rund 1.000 auf 2.000 zu verdoppeln . Dies soll auch zur Abschreckung in der Region beitragen. Einen ähnlichen Einsatz wie Arctic Sentry hatte die Nato zuletzt im vergangenen September unter dem Eindruck von Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikazedrohnen gestartet. Der Name dieser Mission ist Eastern Sentry und führte insbesondere zu einer Mobilisierung von zusätzlichen Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten. Deutschland stationierte im Zuge von Eastern Sentry Kampfjets vom Typ Eurofighter auf dem polnischen Militärflugplatz Malbork.