Zeit 17.02.2026
10:50 Uhr

Arbeitsmarkt: Nach gut drei Jahren hat jeder zweite Ukraine-Flüchtling Job


In den ersten Monaten nach Kriegsbeginn sind fast eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. Etwa 50 Prozent haben heute einen Job.

Arbeitsmarkt: Nach gut drei Jahren hat jeder zweite Ukraine-Flüchtling Job
Die Hälfte der Menschen, die kurz nach Beginn des Ukrainekrieges nach Deutschland geflüchtet sind, hat heute einen Job. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hervor. Sie hatten Daten aller in den ersten sechs Kriegsmonaten nach Deutschland geflüchteten Ukrainer im erwerbsfähigen Alter analysiert. Den Angaben zufolge ist das Tempo, mit dem Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine eine Arbeitsstelle bekommen haben, höher als bei früheren Fluchtbewegungen. Das liegt vor allem daran, dass ukrainische Geflüchtete kein Asylverfahren durchlaufen müssen und sofort arbeiten dürfen. Außerdem haben sie ein relativ hohes Bildungsniveau. Bei anderen Fluchtbewegungen sei eine so hohe Beschäftigungsquote erst nach gut sechs Jahren in Deutschland erreicht worden, hieß es. Viele beziehen trotz Job staatliche Leistungen Dennoch ist die Beschäftigungsquote der Ukrainerinnen und Ukrainer immer noch deutlich niedriger als die der Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter – die lag im Juni vergangenen Jahres bei rund 68 Prozent. Zu berücksichtigen ist aber, dass aufgrund der Ausreisebeschränkungen für wehrpflichtige Männer unter den Geflüchteten viele Frauen sind, die sich alleine um ihre minderjährigen Kinder kümmern. So waren den Angaben zufolge im September 2025 lediglich 21 Prozent der Ukrainerinnen mit Kleinkindern unter drei Jahren und ohne Partner abhängig beschäftigt. Die Analyse enthält keine aktuellen Zahlen zur Selbstständigkeit unter den ukrainischen Geflüchteten. Im Jahr 2023 lag sie bei etwa 5,3 Prozent. Vor allem geflüchtete Ukrainerinnen sind häufig in Teilzeit beschäftigt. Daher ist der Anteil derjenigen, die staatliche Leistungen beziehen, weiterhin hoch. Wie aus den Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervorgeht, lebten 41 Prozent der ukrainischen Geflüchteten mit Job in einem Haushalt, der zusätzlich Leistungen erhielt. Besonders hoch sei der ergänzende Leistungsbezug in Familien mit Kindern, heißt es in der Analyse.