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27.05.2026
16:04 Uhr
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Hochgebildete Menschen starten später in den Job. Trotzdem bleiben sie mit Abstand am längsten im Arbeitsleben, zeigt eine neue Studie. Das hat zwei Gründe.

Wer über eine hohe Bildung verfügt, arbeitet in Deutschland im Durchschnitt am längsten. Das zeigt eine neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung. »Ein Studium führt also nicht zwangsläufig zu einer verkürzten Lebensarbeitszeit«, sagte Co-Autor Harun Sulak zur Vorstellung der Studie. Wegen langer Ausbildungszeiten steigen hochgebildete Menschen im Durchschnitt später in das Erwerbsleben ein. Trotzdem arbeiten sie länger. Laut Sulak hat das zwei Gründe: »Die vergleichsweise hohe Lebensarbeitszeit [...] lässt sich vor allem auf ihre durchgehend höhere Erwerbstätigenquote zurückführen«, sagt er. Zusammen mit höheren Wochenarbeitszeiten würde das den späten Eintritt in das Erwerbsleben ausgleichen. Personen mit mittlerer und niedrigerer Bildung verbringen der Studie zufolge weniger Lebenszeit im Jobmarkt. Die Erwerbstätigkeit von Personen mit niedriger Bildung sei stärker von der konjunkturellen Entwicklung und der Lage auf dem Arbeitsmarkt abhängig, schreibt das Forschungsteam. Deshalb sei ihre Erwerbsbiografie öfter unterbrochen. Im Jahr 2025 betrug den Ergebnissen zufolge die durchschnittliche Arbeitszeit bei hochgebildeten Männern rund 41 Jahre. Für Männer mit niedriger Bildung habe der Durchschnitt bei rund 31 Jahren gelegen, circa zehn Jahre weniger. Männer mit mittleren Abschlüssen rangierten demnach dazwischen. Zwischen hoch und niedrig gebildeten Frauen betrage der Unterschied sogar 14 Jahre. Beide Gruppen hätten deutlich weniger als die Männer gearbeitet . Hochgebildete Frauen seien im Durchschnitt rund 32 Jahre und niedrig gebildete rund 18 Jahre erwerbstätig. Insgesamt arbeiteten Deutsche der Studie zufolge mehr als anderthalb Jahre länger, im Vergleich zu einer Erhebung Anfang der 1990er-Jahre. Das wirke sich stabilisierend auf die sozialen Sicherungssysteme in einer alternden Bevölkerung aus, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung mit. Die Auswertungen basieren auf repräsentativen Daten des Mikrozensus, einer gesetzlich verbindlichen Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Die Wochenarbeitszeiten wurden auf Basis einer 40-Stunden-Woche gewichtet. Teilzeitarbeit wurde dadurch anteilig berücksichtigt.