Zeit 19.11.2025
10:57 Uhr

Arbeitsmarkt: Deutsche Unternehmen verlegen mehr als 70.000 Stellen ins Ausland


Innerhalb von nur zwei Jahren haben Unternehmen in Deutschland Zehntausende Jobs in andere Länder verlagert. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen wiegt das nicht auf.

Arbeitsmarkt: Deutsche Unternehmen verlegen mehr als 70.000 Stellen ins Ausland
Unternehmen in Deutschland haben zwischen 2021 und 2023 mehrere Zehntausend Jobs ins Ausland verlagert. Das meldete das Statistische Bundesamt . 1.300 Unternehmen ab 50 Beschäftigten zogen während dieses Zeitraums eigene Funktionen ganz oder teilweise aus Deutschland ab, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dadurch wurden 71.000 Stellen im Land abgebaut. Im selben Zeitraum wurden in Deutschland rund 20.300 Stellen neu geschaffen. Das ergibt den Statistikern zufolge einen Nettoverlust von knapp 51.000 Stellen. Besonders betroffen war die Warenproduktion mit rund 26.000 abgebauten Stellen. Rund 5.000 Stellen seien neu geschaffen worden, was einen Verlust von 21.000 Stellen ergebe, hieß es weiter. Viele Stellen bleiben in der EU Durch die Streichungen in Deutschland erhoffen sich laut Bundesamt die meisten Unternehmen eine Kostensenkung. 74 Prozent der Befragten nannten die Senkung von Lohnkosten als Motiv für die Verlagerung. Strategische Entscheidungen wurden von 62 Prozent der Befragten als Motiv angegeben, während 59 Prozent der Unternehmen andere Kostenvorteile als Begründung anführten. Der Fachkräftemangel in Deutschland wurde von 38 Prozent der Unternehmen als Grund angeführt. Eine Mehrheit der Unternehmen verlagerte ihre Stellen allerdings nicht weit: Rund 900 Unternehmen verschoben sie in andere EU-Länder . 700 Unternehmen wählten Staaten außerhalb der EU. Neue Stellen hätten die Unternehmen hauptsächlich durch Umschichtungen in anderen Unternehmensfunktionen oder aufgrund von gezielten Einsparungen bei anderen Jobs geschaffen.