Zeit 17.01.2026
14:07 Uhr

Arbeitnehmer: Mindestlohnerhöhung bringt vielen Beschäftigten deutliche Lohnzuwächse


Für jedes zweite Unternehmen hat die Erhöhung des Mindestlohns direkte oder indirekte Folgen. Besonders die Betriebe im Gastgewerbe müssen Gehälter anpassen.

Arbeitnehmer: Mindestlohnerhöhung bringt vielen Beschäftigten deutliche Lohnzuwächse
Der Anstieg des Mindestlohns auf 13,90 Euro pro Stunde zum 1. Januar sorgt in vielen Branchen für spürbare Lohnsteigerungen. Einer aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie‑ und Handelskammer (DIHK) zufolge hat die Mindestlohnerhöhung für jedes zweite von 15.000 Unternehmen direkte oder indirekte Folgen – für jedes vierte sogar unmittelbar, weil zuvor Löhne unterhalb der neuen Mindestlohnschwelle gezahlt wurden. Besonders stark zeigt sich demnach der Effekt im Gastgewerbe , wo viele Beschäftigte nun ein spürbar höheres Einkommen erhalten. Nach Angaben der DIHK beschäftigt in dieser Branche jeder zweite Betrieb Mitarbeitende zum Mindestlohn. Im Einzelhandel melden 38 Prozent steigende Löhne und damit höhere Arbeitskosten, während in der Bauwirtschaft nur 17 Prozent betroffen sind. Darüber hinaus profitieren viele Beschäftigte in höheren Entgeltgruppen: Branchenübergreifend geben 40 Prozent der Unternehmen an, auch Gehälter oberhalb des Mindestlohns anzuheben. In der Industrie ist es nahezu jedes zweite Unternehmen. Eine Mindestlohnerhöhung verändere die gesamte Lohnstruktur, sagte DIHK‑Präsident Peter Adrian. "Etliche Arbeitgeber sehen sich veranlasst, auch Löhne, die über dem Mindestlohn liegen, anzupassen, um einen entsprechenden Abstand zum Mindestlohn beizubehalten." Viele Betriebe planen mit Preiserhöhungen oder Personalabbau Um die steigenden Personalkosten zu kompensieren, planen der Umfrage nach rund 40 Prozent der Betriebe Preiserhöhungen . 13 Prozent denken demnach an Personalabbau, im Handel und in der Gastronomie sind es sogar mehr als 20 Prozent der Betriebe. Der DIHK‑Präsident bewertet die Folgen für die Wirtschaft kritisch: "Die Mindestlohnerhöhung und steigende Sozialabgaben treiben die Arbeitskosten weiter in die Höhe." Das bremse Investitionen und Investoren aus. Er rief die Politik zum Gegensteuern auf. So solle sie "Fehlanreize zur Frühverrentung" abbauen und das Renteneintrittsalter an die Entwicklung der Lebenserwartung anpassen.