Zeit 18.01.2026
11:05 Uhr

Arbeit: Sinn des Lebens wird laut Umfrage immer weniger in der Arbeit gesucht


Weniger Deutsche wollen im Job Erfüllung finden, zeigt eine Studie. Stattdessen möchten viele das Leben genießen und sich nicht mehr als nötig abmühen.

Arbeit: Sinn des Lebens wird laut Umfrage immer weniger in der Arbeit gesucht
Die Arbeit verliert ihre sinnstiftende Bedeutung für das Leben zahlreicher Menschen in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Instituts GfK im Auftrag der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen von British American Tobacco (BAT). Demnach möchte ein Drittel der Befragten in der Arbeit etwas tun und leisten, was Sinn hat und Spaß macht . Vor 20 Jahren hatten sich laut den Angaben noch mehr als die Hälfte so geäußert, vor zehn Jahren noch 39 Prozent. Heute gab etwa ein Fünftel der Befragten an, das Leben genießen und sich nicht mehr als nötig abmühen zu wollen. 2006 hatte sich in einer damaligen Umfrage nur jeder Siebte so geäußert. Vor zehn Jahren waren es mit 20 Prozent bereits fast so viele wie heute. Pflicht und Vergnügen würden miteinander verknüpft werden In einer Welt wachsender Unsicherheit, ökonomischen Drucks und beschleunigten Wandels werde der Wunsch nach Stabilität, Selbstschutz und Lebensqualität stärker, sagte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung. "Die Sinnfrage bleibt bestehen – sie verlagert sich jedoch." Vor allem die jüngeren Generationen hätten ein neues Selbstverständnis. "Für sie bedeutet ein gutes Leben nicht berufliche Selbstaufopferung , sondern die Vereinbarkeit von Sinn, Freiheit und Wohlbefinden", sagte Reinhardt. Künftige Generationen würden nicht mehr zwischen Pflicht und Vergnügen wählen, sondern beides bewusst miteinander verbinden wollen. Für die Studie im Auftrag der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen wurden 2.000, den Angaben nach repräsentativ, ausgewählte Menschen ab 18 Jahren vom 20. November bis zum 1. Dezember 2025 befragt.