Zeit 01.03.2026
14:36 Uhr

Antisemitismusbeauftragter: Felix Klein warnt vor Bedrohung für Juden in Deutschland


Der Antisemitismusbeauftragte fürchtet nach dem Tod Ali Chameneis Racheaktionen in Deutschland. Jüdische und israelische Einrichtungen würden verstärkt geschützt.

Antisemitismusbeauftragter: Felix Klein warnt vor Bedrohung für Juden in Deutschland
Die Eskalation im Irankonflikt führt nach Einschätzung des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, zu einer erhöhten Bedrohungslage für Jüdinnen und Juden in Deutschland. "Insbesondere nach der Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei ist damit zu rechnen, dass der Iran seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen nutzen wird", sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Den Mechanismus zwischen erhöhten Spannungen im Nahen Osten und verstärkten Angriffen auf jüdisches Leben in Europa habe man in der Vergangenheit immer wieder gesehen, sagte Klein. "Ich begrüße es sehr, dass unsere Sicherheitskräfte Vorkehrungen getroffen haben, um einen verstärkten Schutz jüdischer und israelischer Einrichtungen zu ermöglichen." Warnung vor Vergeltung durch iranische Schläferzellen Auch der Vorsitzende des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste, Marc Henrichmann, mahnte zur Wachsamkeit. "Vergeltungsmaßnahmen, auch durch iranische Schläferzellen in Europa", seien nicht auszuschließen, sagte der CDU-Politiker der Süddeutschen Zeitung . Das iranische Regime habe in der Vergangenheit wiederholt gezeigt, dass es seinen Terror auch außerhalb der eigenen Grenzen austrage. Für Panik gebe es wegen der bestehenden Schutzmaßnahmen aber keinen Grund. Das Bundesinnenministerium hatte am Samstag mitgeteilt, die Gefährdungslage werde beobachtet und Schutzmaßnahmen bei Bedarf angepasst. Grundsätzlich falle der Schutz jüdischer Einrichtungen allerdings in die Zuständigkeit der Länder, sagte ein Sprecher. Irans Präsident spricht von "Kriegserklärung an Muslime" Der Iran hat auf die israelisch-amerikanischen Angriffe bereits mit zahlreichen Attacken auf Israel, US-Militärbasen sowie arabische Staaten in der Golfregion reagiert. Irans Präsident Massud Peseschkian sprach mit Blick auf die Tötung Chameneis von einer "Kriegserklärung an die Muslime" weltweit und kündigte Rache an. Insbesondere die Schiiten in aller Welt würden Chameneis Tötung als Angriff auch auf sich werten, sagte Peseschkian. Dies lasse sich auch als Aufruf zu Anschlägen lesen, sagte er weiter. In einigen muslimisch geprägten Ländern gab es bereits Aufstände vor US-Vertretungen. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im pakistanischen Karatschi wurden mindestens neun Menschen getötet . Chamenei war am Samstag bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran getötet worden. Er herrschte rund 37 Jahre lang im Iran. Peseschkian und zwei weitere Regimevertreter sollen während einer Übergangsphase die Führung des Landes übernehmen . Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im Irankonflikt auch in unserem Liveblog.