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21.12.2025
09:26 Uhr
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Der Präsident des Zentralrats der Juden fordert mehr Einsatz gegen Antisemitismus in Deutschland. Politische Maßnahmen erschöpften sich häufig im Schutz jüdischen Lebens.

Nach dem antisemitischen Terroranschlag auf eine Chanukkafeier in Sydney , hat der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, vor einer gefährlichen Gewöhnung an ein sehr hohes Niveau von Antisemitismus in Deutschland gewarnt. "Wir haben beim Antisemitismus einen Grad der Gewöhnung erreicht, der so hoch ist, dass politische Maßnahmen sich häufig im Schutz jüdischen Lebens erschöpfen", sagte Schuster. Zwar sei die Sicherheitslage für Juden in Deutschland vergleichsweise gut, das Problem sei im Kern ein anderes. Es werde hingenommen, dass jüdisches Leben nur unter immensen Schutzvorkehrungen möglich sei. Das sei Symptombekämpfung, teilte er mit. "Diese Zustände sind unhaltbar. Politik und Zivilgesellschaft müssen zusammenwirken, um endlich die Ursachen des Judenhasses anzugehen." Seine Vision bleibe die eines jüdischen Lebens ohne Schutzschild. Schuster hofft auf neuen Aufstand der Anständigen Schuster forderte mehr Widerspruch und Einsatz gegen Antisemitismus in Deutschland. Es brauche einen neuen Aufstand der Anständigen, teilte er mit. Er müsse heute feststellen, dass die Anständigen entweder deutlich weniger geworden seien, oder sie untätig auf den Zuschauerrängen sitzen blieben, sagte Schuster zudem. Damit bezog sich der 71-Jährige auf eine Aussage des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder (SPD) und des damaligen Zentralratspräsidenten Paul Spiegel nach einem Anschlag auf eine Düsseldorfer Synagoge im Jahr 2000. Schröder hatte damals einen Aufstand der Anständigen gefordert. Seit Beginn der Waffenruhe im Gazastreifen sehe er keine Beruhigung für die jüdischen Gemeinden in Deutschland. Vielmehr gebe es bei antisemitischen Vorfällen und Straftaten eine Verstetigung auf viel zu hohem Niveau, monierte Schuster. "Mein Gefühl ist, dass wir in unserer Gesellschaft einen Gewöhnungs- und Normalisierungseffekt für den Antisemitismus erleben. Das darf nicht sein." Bei dem Terroranschlag in Australien erschossen zwei Männer 15 Menschen am Bondi Beach. Mehr als 40 weitere Menschen wurden verletzt.